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Arthur Schnitzler / David Harrower / Luc Bondy
Sweet Nothings

Ein Schauspiel / London, Wien, Recklinghausen / Premiere deutschsprachiger Raum
Nach Arthur Schnitzlers Liebelei
in einer neuen Fassung von
David Harrower

Der schottische Dramatiker David Harrower hat Arthur Schnitzlers Fin de Siecle-Drama Liebelei in ein heutiges Englisch übersetzt und Luc Bondy inszeniert es mit jungen Schauspielern am Londoner Young Vic Theatre. Zwei junge Männer der Vorkriegszeit vermitteln einander Affären, bei denen sie sich amüsieren wollen. Die Liaison mit dem Vorstadtmädel gerät Fritz zur Herzensangelegenheit. Da ist aber noch die Affäre mit der verheirateten Dame aus der Gesellschaft. Ihr Mann hat Fritz zum Duell gefordert. Das Vorstadtmädel erfährt erst lange danach, dass er im Duell getötet wurde, einer anderen wegen. Mehr

Der schottische Dramatiker David Harrower hat Arthur Schnitzlers Fin de Siecle-Drama Liebelei in ein heutiges eigenwilliges Englisch übersetzt. Luc Bondy inszeniert es mit jungen Schauspielern am Londoner Young Vic Theatre. Zwei junge Männer aus der guten Gesellschaft sammeln Liebschaften und versuchen sich zu amüsieren, ohne Konflikt und Verpflichtung, in einer Zeit vor einem großen Krieg, in der man sich ablenken und den Moment leben und den Augenblick feiern will, was nicht immer gelingt. Fritz, die Hauptfigur des Dramas, sammelt Augenblicke, die den Duft der Ewigkeit versprühen. Sein Freund Theodor vermittelt ihm eine Affäre mit einem süßen Vorstadtmädel, bei der er sich erholen soll von den Strapazen einer Liaison mit einer verheirateten Dame aus der Gesellschaft. Schon über der ersten Szene schwebt die Todesangst, denn der Ehemann der Dame hat Fritz zum Duell gefordert. Die Party, die die Freunde feiern wollen, kommt nicht in Gang. Die Tändelei mit dem süßen Mädel Christine gerät fast zur Herzensangelegenheit, was ja gerade nicht beabsichtigt war, und kollidiert nun mit der Affäre aus der Oberschicht. Die Eigendynamik des Konflikts richtet eine Katastrophe an, in der Fritz getötet wird und Christine, die sich wirklich verliebt hat, allein bleibt. Drei Tage nach seinem Tod erfährt sie, dass er im Duell gefallen ist – einer anderen wegen.

Weniger

Künstlerische Leitung und Besetzung

INSZENIERUNG / Luc Bondy
BÜHNE UND LICHT / Karl-Ernst Herrmann
KOSTÜME
/ Moidele Bickel
SOUND DESIGN / Gareth Fry
DRAMATURGIE
/ Geoffrey Layton
MITARBEIT KOSTÜME
/ Eva Dessecker
BÜHNENBILDASSISTENZ
/ Barbara Pral
PERÜCKE UND MAKEUP
/ Campbell Young
KOSTÜME SUPERVISOR
/ Fizz Jones
CASTING / Sam Jones

CHRISTINE / Kate Burdette
KATHARINA / Hayley Carmichael
MIZI / Natalie Dormer
FRITZ / Tom Hughes
THEODOR
/ Jack Laskey
WEIRING / David Sibley
EIN HERR / Andrew Wincott

Produktion
KOPRODUKTION Young Vic, London, Wiener Festwochen, Ruhrfestspiele Recklinghausen
MIT UNTERSTÜTZUNG VON Warwick Arts Center
Pressestimmen
Ehre, Liebe Tod.
In David Harrowers Neufassung von Arthur Schnitzlers „Liebelei“ wirft Regis­seur Luc Bondy bei den Festwochen mit einem ausgezeichne­ten Ensemble einen Blick auf Lebenslügen.

[...] Mit der Erstpräsentation von David Harrowers (nicht drama­turgischer, sondern rein sprachli­cher) Neufassung von Arthur Schnitzlers „Liebelei“ in der Re­gie von Luc Bondy begannen am Montag noch vor der offiziellen Eröffnung am Freitag die Wiener Festwochen. Nach der Wiener Aufführungsserie wird diese An­fang März am Young Vic in Lon­don uraufgeführte Koproduktion nach Recklinghausen zu den Ruhrfestspielen weiterreisen.

Choreografisch brillant und mit vorsichtiger Ziselierung star­tet Bondy eine Expedition zu un­terschiedlichen Milieus, die da zusammenstoßen. Die jungen Herren aus Oberschicht Ende des 19. Jahrhunderts wollen sich mit süßen Mädeln aus der Vorstadt vergnügen. Da wird gekichert, geblödelt und angehimmelt. [...]

Karl-Ernst Herrmanns Büh­nenbild in Form einer sich lang­sam bewegenden Drehscheibe mit wenigen Einrichtungsstü­cken und Moidele Bickels Kostü­men unterstützen Bondys leise Differenzierungsarbeit. Beson­ders das uniformartige Gewand von Katharina (Hayley Carmi­chael) versinnbildlicht so wun­derschön, dass ein verpfuschtes Leben nur noch imstande ist, Giftpfeile in der Nachbarschaft auszuschleudern. [...]

Kleine Zeitung, 12. Mai 2010

Intendant Luc Bondy zeigt noch vor der offiziellen Eröffnung seine Londoner Schnitzler-Inszenierung – Traumwandlerisch sichere Stimmungsmalerei

[...]
Ein Teil der Zuschauer, die in der Halle G des Museumsquartiers in einer U-förmigen, steil ansteigenden Arena um eine von Karl-Ernst Herrmann entworfene, sich langsam drehende Rund-Bühne saßen, mag die berühmten Schnitzler'schen Zwischentöne vermisst haben. Tatsächlich klingt das Tändeln und Säuseln, Lügen und Betrügen in Harrowers englischer Übertragung viel direkter und weniger charmant. Der Totalschaden, den das harte Aufeinanderprallen von Gefühlen und Konventionen anrichtet, wird so jedoch nur deutlicher. Zumal Luc Bondy sich mit dieser Regiearbeit einmal mehr als Meister der Stimmungsmalerei erweist.

[...] Am Ende inszeniert Bondy
einen todestraurigen, brutalen Ringelreihen, bei dem Mizi, Theodor und der alte Weiring den Ausbruchsversuch der tief verletzten Christine verhindern. Hiergeblieben! Stillgestanden! Durchgehalten! Die Botschaft, die die Wiener Festwochen, die am Freitag offiziell eröffnet werden, mit ihrem traditionellen kleinen Geschenk den Zuschauern heuer mitgeben, ist übrigens konträr. Wer möchte, darf einen kleinen Flugdrachen mit nach Hause nehmen. Auf der Verpackung steht: "Heben Sie ab!"

APA, 11. Mai 2010


[…] Luc Bondy’s production invests the action with the qualities of dance: it’s sometimes dreamy, sometimes painfully precise.
The movement, which involves physical risk, is sublimely achieved, and the relationships quickly seem plausible — tense in all the right places. [...]

Evening Standard, 5. März 2010


[...] And this revival of his 1895 play, Liebelei, in a new version by David Harrower and an exquisite production by Luc Bondy, offers a damning portrait of Viennese decadence without ever reverting to overt moralising. […]

And, if the people are real, so too is Bondy's production which vividly captures the irresponsible hedonism of youth. The first act foursome is a miracle of staging in which the characters seem propelled by drink, lust and their own inner restlessness.
[…]

The Guardian, 5. März 2010


[…] The dramatist's vision is conveyed now in a brilliant, intensely deliberate and eerily stylish production by the Vienna-based, Swiss-born director Luc Bondy. […]

The Independent, 5. März 2010


[…] Luc Bondy’s handling of the first act is a masterclass in how to breathe life and interest into a scene that takes far too long setting up mood, tone and basic situation. You’d hardly believe the movement and energy that the director generates on a round, raised stage by four young people, all excellently played by tyro actors, who are enjoying a boozy, louche party.
[…]

The Times, 8. März 2010


[...] Luc Bondy hat mit viel Freude am Detail, mit sicherem Gefühl für Psychologie und Stimmungen an der Nuance inszeniert: Dass es glaubhaft menschelt, wenn sich die beschwipste Spaßgesellschaft in die Arme fällt oder rüde aus dem Bett wirft. [...]

Kurier, 6. März 2010

Links

Spieltage

10.05.10 20:30
11.05.10 20:30
12.05.10 20:30
13.05.10 20:30
14.05.10 20:30
15.05.10 20:30

Preise

EUR 20,- / 30,- / 48,-

Sprache

Englisch mit deutschen Übertiteln

Dauer

2 Std. 20 Min., 1 Pause