Debatten, Offene Briefe, radikale performative Interventionen: Als Antwort auf die politisch motivierte Entlassung des Generaldirektors des Slowakischen Nationaltheaters Matej Drlička im August 2024 starteten Milo Rau und die Festwochen die RESISTANCE NOW! TOUR durch ganz Europa, Amerika und Asien – insgesamt durch bisher über 20 Städte, von Stockholm bis Belgrad, von Antwerpen bis Prag, von New York über Mosul nach Taipei und von Kiew bis Bukarest. Sei es eine Online-Lesung, die den Irak mit der USA verbindet („The Second Coming“), ein ganzes Guerilla-Festival in Kooperation mit dem zensurierten serbischen Theatertreffen Bitef, sei es eine Debatte in der ukrainischen Hauptstadt Kyiv oder ein alternatives Nobelpreis-Bankett: die Festwochen setzen sich mit ihren Partnern weltweit ein für eine gerechtere, demokratischere, fairere, menschlichere Kulturpolitik!
One of the major European platforms attempting to combat political intervention in the face of the rise of the far right in Europe.
El Diario
Doch nicht nur Debatte und radikale Kunst, sondern auch konkrete strukturelle Veränderung steht im Ziel dieser globalen Ganzjahreskampagne der Freien Republik Wien: RESISTANCE NOW! verknüpfte bereits 200 Organisationen aus 50 Ländern miteinander, erreichte 100 Millionen Leser:innen und arbeitet aktuell mit der EU an einer neuen Rechtsgrundlage zum Schutz der Kultur und der freien Meinungsäußerung durch die Schaffung eines neuen Gesetzes, des European Artistic Freedom Act.
Kulturschaffende aus der ganzen Welt sind eingeladen, sich der globalen und diversen Kampagne anzuschließen! Auf www.resistance-now-together.eu vernetzt unsere Partnerin, die European Theatre Convention, künstlerische Positionen, Debatte und Veranstaltungen. Ziel ist es, auf europäischer Ebene ein neues Gesetz zum Schutz der Kultur und ihrer Förderung in Höhe von 2 % des EU Budgets zu verankern.
Gemeinsam mit wichtigen europäischen Initiativen arbeiten wir an einem Vorschlag für den European Artistic Freedom Act (EAFA) um einen kohärenten Rechtsrahmen zu schaffen, der die künstlerische Freiheit in der gesamten Union gewährleistet. Dieses Gesetz würde die künstlerische Freiheit von einem Grundsatz in ein praktisches, durchsetzbares Recht verwandeln. Kunst und Kultur für alle - demokratisch, menschlich, frei! Warum Europa ein Gesetz zum Schutz künstlerischer Freiheit braucht.
Bevorstehende Tourdaten
Bevorstehende Tourdaten
Wozu brauchen wir Kultur?
7.3.2026 | Stockholm | Schweden
Wo verläuft die Grenze zwischen Kulturpolitik und Steuerung – und was steht für die künstlerische Unabhängigkeit auf dem Spiel? Was unterscheidet Kunst von Aktivismus: Ist es die Form, die Methode oder die Verantwortung?
In einer Zeit, in der die Rolle der Kultur immer intensiver diskutiert wird – politisch, institutionell und in der Öffentlichkeit – lädt das Dramaten zu einem hochaktuellen Gespräch über Macht, Widerstand und künstlerische Freiheit ein.
Wie wirkt sich ein Wandel der politischen Rahmenbedingungen auf die Kunst aus? Und welche Funktion soll Kultur heute haben – als Spiegel, Gegenkraft oder verhandelnde Kraft in der Gesellschaft?
An der Diskussion nehmen Mattias Andersson, Theaterdirektor und künstlerischer Leiter des Dramaten, Milo Rau, Regisseur der aktuellen Inszenierung Rage, Karin Pettersson, Kulturchefin bei Aftonbladet, Roxy Farhat, Klimaaktivistin, Künstlerin und Regisseurin, sowie Lars Anders Johansson, Autor und Journalist, teil. Die Podiumsteilnehmer bringen unterschiedliche Perspektiven aus den Bereichen darstellende Kunst, Journalismus, Aktivismus und Kulturdebatte ein.
Die Diskussion findet auf Englisch statt. Moderatorin: Jenny Aschenbrenner, Journalistin.
Diese Podiumsdiskussion mit internationalen Gästen findet im Rahmen der 56. WEEK OF SLOVENIAN DRAMA FESTIVAL statt. Im Rahmen von „The Guest House“, einer Plattform für aktuelle internationale Themen, wird diskutiert, wie die derzeitige Regierungspolitik die künstlerische Kreativität beeinflusst – von Zensur, Selbstzensur und Beschäftigungsdruck bis hin zu Finanzierungsbeschränkungen und Eingriffen in künstlerische Programme. Internationale Gäste und Gäste aus der Region werden Erfahrungen aus Serbien (ne:Bitef), der Slowakei und Ungarn vergleichen und eine breitere Betrachtung der künstlerischen Freiheit in Europa anstellen. Anhand konkreter Beispiele und der Erfahrungen von Künstler:innen aus dieser Region werden wir uns mit der Frage befassen, wie künstlerische Integrität und Widerstandsfähigkeit inmitten kultureller und politischer Herausforderungen bewahrt werden können.
Moderatorin: Tatjana Ažman, Leiterin des Slowenischen Zentrums ITI und Direktorin des Kulturinstituts Oder/Stage, Ljubljana, sowie ACAR ITI-Koordinatorin
Künstler:innen und Kulturinstitutionen stehen weltweit unter zunehmendem politischen Druck oder sind bereits von repressiven Maßnahmen betroffen wie in Ungarn, der Slowakei oder Serbien. Die Wiener Festwochen | Freie Republik Wien zeigen das neuste Stück der jungen serbischen Theatermacherin und Aktivistin Andreja Kargačin, DORA or Who’s Going To Stitch the Vests, und sprechen mit ihr und weiteren Gäst:innen über Kunstfreiheit und Widerstand.
Ist ein Verbot der AfD möglich, ja rechtlich geboten, weil sie »aggressiv kämpferisch« die Demokratie bedroht? Verstößt sie fortgesetzt gegen das Grundgesetz, indem sie mit allen Mitteln die Meinungsfreiheit ihrer Kritiker*innen bekämpft? Bei dem dreitägigen Prozess gegen Deutschland von Milo Rau wurden rechtspopulistische Strömungen, die Verantwortung der großen Tech-Konzerne sowie ein Verbot der AfD im Rahmen der Lessingtage verhandelt. Auf nachtkritk.de könnt ihr die Aufnahme des Livestreams nachschauen!
Round Table mit EU-Kommissar Glenn Micallef
3.2.2026 | Brüssel | Belgien
Beim Round Table mit dem EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport Glenn Micallef in Brüssel forderte Milo Rau, als Vertreter der Koalition RESISTANCE NOW TOGETHER, die Europäische Kommission dazu auf, ernsthaft ein europäisches Gesetz zur künstlerischen Freiheit (EAFA) zu erwägen, um die künstlerische Freiheit und die institutionelle Autonomie im Kultursektor zu gewährleisten. Der Round Table wurde von der European Festivals Association organisiert.
RESISTANCE NOW TOGETHER – eine Koalition aus Kulturinstitutionen, Rechtsexperten, Netzwerken und Aktivisten – arbeitet an einem Vorschlag für das EAFA, der im Frühjahr 2026 vorgestellt werden soll. Dies ist ein direktes Ergebnis des offenen Briefes, der im November 2024 veröffentlicht wurde und in dem die EU aufgefordert wurde, konkrete Maßnahmen zum Schutz der künstlerischen Freiheit zu ergreifen. Der Brief wurde sofort von 200 Kulturinstitutionen aus 40 Ländern unterzeichnet und erreichte 100 Millionen Menschen.
Vertreter:innen der RESISTANCE NOW TOGETHER Koalition nahmen an der Veranstaltung „The Cultural Deal for Europe Annual Policy Conversation” teil, die von Culture Action Europe (CAE), der European Cultural Foundation (ECF) und Europa Nostra (EN) in Zusammenarbeit mit Bozar organisiert wurde, um den European Artistic Freedom Act vorzustellen.
Im Zusammenhang mit der Premiere von Milo Raus Rage im Dramaten in Stockholm fanden Diskussionen über die Rolle der Kultur in Zeiten autoritärer Tendenzen statt. Unter dem Titel „Was ist der Zweck der Kultur?“ wurde am 22. Januar eine Diskussion darüber geführt, wie sich politische Kontrolle über Kunst und Kultur auf die freie Kunst auswirkt. Teilnehmer:innen waren Mattias Andersson, Theaterregisseur und Künstlerischer Leiter am Dramaten, Milo Rau, Regisseur und Intendant der Wiener Festwochen, Karin Pettersson, Kulturredakteurin bei Aftonbladet, Ivar Arpi, Journalist, und andere. Moderatorin: Anna Kölén.
Trotz Zensur kam Der Prozess Pelicot nach Belgrad! Vom 15.–18. Dezember lief das Guerilla-Programm ne:Bitef mit internationalen und lokalen Künstler:innen. Eröffnet wurde es mit Milo Rau und Servane Dècle im Rahmen von RESISTANCE NOW!.
Milo Rau sprach während einer Podiumsdiskussion bei ne:Bitef mit Vertretern der serbischen Kulturszene, wie Miloš Vojnović, Nenad Lajbenšperger und Milica Pekić, moderiert von Tatjana Nikolić, über die Repressionen, denen der Kultursektor ausgesetzt ist, weil er sich gegen Autokratie wehrt und sich am Kampf für sozialen Wandel beteiligt.
Am 10. Dezember vertauschte „An Other Nobel Prize“-Dinner im Konträr-Theater die Rollen: auf der Bühne standen die Frauen, die den Missbrauchs- und Vergewaltigungsskandal um die Nobelpreisakademie aufgedeckt haben und deren Aussagen zur Aussetzung des Nobelpreises für Literatur im Jahr 2018 geführt haben. Ein Abend von Milo Rau, Servane Dècle, Anna Kölén und Jamie Man, exklusiv für Konträr auf Einladung der künstlerischen Leiterin Freja Hallberg im Rahmen von RESISTANCE NOW!.
Milo Rau diskutierte gemeinsam mit Olena Apchel (ehemaliges Mitglied Leitungskollektiv Berliner Theatertreffens, heute Soldatin in der ukrainischen Armee), Tamara Trunova, Intendantin des Left Bank Theaters, und dem Komponisten Illia Razumeiko über die Rolle der Kunst in Kriegszeiten.
Debatte „Politische Einmischung in die Kunst: Für künstlerische Freiheit gegen Zensur“ mit Milo Rau (online) sowie Aida Tavares, Paula Mota Garcia und Sara Barros Leitão, moderiert von Anabela Mota Ribeiro.
CENTRAL EUROPEAN FORUM
16.11.2025 | Bratislava | Slowakei
Am Vorabend des Jahrestags der Samtenen Revolution in der Slowakei sprach das Panel „Über den neuen Faschismus und die neue Freiheit“ mit Milo Rau, Hana Kubátová, Peter Bebjak und Michal Hvorecký, moderiert von Chris Keulemans.
RESISTANCE NOW ROMANIA machte auf die verschiedenen Bedrohungen der künstlerischen Freiheit aufmerksam und suchte nach Möglichkeiten für internationale Zusammenarbeit und Solidarität.
Das Panel widmete sich der Frage, wie das Theater in Zeiten politischer Spannungen und kultureller Komplexität mit dem Begriff der Wahrheit umgeht und welche Rolle künstlerische Freiheit dabei spielt.
Ein Gespräch mit Milo Rau
18.10.2025 | Ljubljana | Slowenien
Beim Tourstopp in Ljubljana diskutierte Milo Rau mit dem slowenischen Philosophen Mladen Dolar über den notwendigen gesellschaftlichen Wandel. Die Veranstaltung wurde von Kulturministerin Asta Vrečko eröffnet.
Countering Democratic Backsliding in Cultural Policy
24.9.2025 | Barcelona | Spanien (online)
Im Rahmen von MONDIACULT 2025 diskutierten internationale Expert*innen online, wie künstlerische Freiheit und die Unabhängigkeit kultureller Einrichtungen gegen politischen Einfluss geschützt werden können. Die Sitzung bot Raum für Austausch, gemeinsame Lösungsfindung und Vernetzung zur Stärkung der Kulturpolitik als Teil demokratischer Widerstandsfähigkeit.
Pressekonferenz
19.9.2025 | Berlin | Deutschland
Der rechte Politiker H.C. Strache ist gerichtlich gegen das Buch von Milo Rau "Widerstand hat keine Form, Widerstand ist die Form" vorgegangen. Am 19.9. gab der Regisseur und Autor das Urteil auf einer Pressekonferenz in Berlin bekannt. Am Podium dabei: der Anwalt Michael Mai (Artistic Freedom Initiative), Bettina Hesse (Referentin für Medienpolitik, ver.di), Alexander Karschnia (DIE VIELEN) und Jörg Sundermeier (Verleger, Verbrecher Verlag).
ON THE ART OF RESISTANCE
13.9.2025 | Oslo | Norwegen
Bei dem RESISTANCE NOW! Tourstop am De Norske Teatret in Oslo ging es in zwei Veranstaltungen um Möglichkeiten, Kunst aktivistisch zu nutzen. Gemeinsam mit Interessierten aus verschiedenen kulturellen Feldern erarbeitete Festwochen-Intendant Milo Rau in einem Workshop künstlerische Strategien der internationalen Zusammenarbeit und nutzte dazu seine Erfahrungen der Verflechtung von Geschichte und Politik. In einem Publikumsgespräch ging der Regisseur der Frage nach, welche gesellschaftliche Bedeutung Theaterinstitutionen und Festivals aktuell haben.
Auf einem ganztägigen RESISTANCE NOW! Symposium im Rahmen des DOWN TO EARTH Festivals in New York, nahm Milo Rau an einer Podiumsdiskussion mit Tania Bruguera und Richard Schechner teil. Gemeinsam mit New Yorker Theaterkünstlern, Produzent:innen, Studierenden und Festivalveranstalter:innen diskutierten sie über die Lage des Theaters und der darstellenden Künste unter der neuen US-Regierung und die Rolle von politischem Theater. Anschließend folgte eine Lesung von Elfriede Jelineks Endsieg: The Second Coming mit der Schauspielerin Nicole Ansari. Das Symposium wurde live auf Howlround gestreamt: Howlaround Stream--> The Second Coming - Speech by Milo Rau
'The Second Coming:' Milo Rau in conversation with Elisabeth Bronfen
3.9.2025 | New York | USA
Die Germanistikabteilung der NYU und das Deutsche Haus der NYU präsentierten Die Wiederkunft – Milo Rau im Gespräch mit Elisabeth Bronfen. In diesem Gespräch diskutierten der Regisseur und Autor Milo Rau und die Autorin und Kulturkritikerin Elisabeth Bronfen die Gründe und Auswirkungen des jüngsten Wiederauflebens des globalen Faschismus in Europa und den USA, die Rolle des Widerstands mit besonderem Schwerpunkt auf der Kunst sowie einige aktuelle Inszenierungen von Rau, darunter Elfriede Jelineks Endsieg: The Second Coming.
Das ETC erhob bei seiner jährlichen Veranstaltung für politische Entscheidungsträger und Theaterschaffende im Herzen des größten Theaterfestivals in Europa seine Stimme für Widerstand und künstlerische Freiheit.
Kunst ist unzerstörbar
14.6.2025 | Venedig | Italien
Die Schweizer Schauspielerin Ursina Lardi hielt eine mitreißende Rede über Kultur als Akt des Widerstands, als sie am 14. Juni 2025 den Silbernen Löwen der Biennale Teatro 2025 in Venedig erhielt.
Urlesung Burgtheater
8.5.2025 | Wien | Österreich
Lesung des Gesamttextes Burgtheater mit dem Ensemble von Burgtheater.
In einer Sonder-Debattenreihe an der Volksbühne diskutierten u.a. Milo Rau, !Mediengruppe Bitnik, Ece Temelkuran, Anne Roth, Hito Steyerl und Sönke Iwersen über „Techno-Faschismus: Von Elon Musk zur AfD.“
Mit einem Feuerritual reinigte die Schamanin Nika Korenjak das Wiener Funkhaus, Sitz des ehemaligen Reichssenders und im Frühjahr 2025 Haus der Republik von altem und neuem Faschismus, um Platz zu machen für eine Republik der Liebe.
Demonstration „Demokratie braucht Dich“
8.2.2025 | München | Deutschland
Auf der Demonstration „Demokratie braucht Dich“ in München hat Robert Misik in seiner Rede "Wir werden nicht gemütlich sein!" mit 320.000 Menschen die zentralen Positionen von RESISTANCE NOW! geteilt.
Die RESISTANCE NOW! Tour machte am 30. November Halt in Straßburg im Théâtre du Maillon. Hier wurde der offene Brief RESISTANCE NOW: FREE CULTURE von den Initiatoren in Anwesenheit der ehemaligen französischen Kulturministerin Catherine Trautmann vorgestellt. Jetzt hier die Petition RESISTANCE NOW: FREE CULTURE unterschreiben!
Die nächste Station der RESISTANCE NOW! Tour, das Central European Forum 2024 in Bratislava, befasste sich mit der Macht der Fehlinformation – vom frühen Radio und Fernsehen bis zu den sozialen Medien heute. Zu den Referent:innen gehörten die französische Journalistin Natalie Nougayrède, der britische Historiker und Autor Timothy Garton Ash und Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien.
Am 8. November 2024 wurde das Jüdische Museum Hohenems mit dem Rheintaler Kulturpreis Goldiga Törgga für seine bedeutende Arbeit zu kontroversen gesellschaftlichen Themen ausgezeichnet. Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, hielt die Laudatio und nahm diese zum Anlass, die RESISTANCE NOW! Tour ins Ländle zu tragen und den Einsatz des Museums für interkulturellen Dialog und Geschichtsaufarbeitung würdigen. Die Preisverleihung hat im Kinotheater Madlen in Heerbrugg stattgefunden. Zur Laudatio
Milo Rau debattierte mit verschiedenen Gäst:innen die Interferenzen zwischen Kunst und Aktivismus: anhand des Films/Projekts White Cube von Renzo Martens und von Raus Jesus-Film-Projekt Sas Neue Evangelium.
Das Prager Crossroads Festival war Gastgeber für einen weiteren RESISTANCE NOW! Tourstopp. Dóra Büki vom ungarischen Proton Theatre, Miriam Kičiňová, Leiterin der Drama Theater Company des slowakischen Nationaltheaters, Jiří Havelka, designierter Leiter des Dejvické Theater und Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien diskutierten mit Nina Jacques, Dramaturgin des Prag Crossroads Festival über Visionen einer geeinten solidarischen Antwort auf die Gefahr des neuen Nationalismus.
In seiner Eröffnungsrede des Crossroads Festival unter dem Titel Embassy of the Future stellte Milo Rau die zentrale Frage seiner künstlerischen Arbeit in Zeiten eines globalen Rechtsrucks und neoliberaler Haushaltskürzungen: Warum Theater? Warum brauchen wir diesen Ort – heute mehr denn je? Zur Rede
Moderiert von Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, diskutierten Dóra Büki vom ungarischen Proton Theatre, der entlassene Direktor des Slowakischen Nationaltheaters Matej Drlička und der kroatische Philosoph und Aktivist Srećko Horvat, wie wir gemeinsam für Demokratie, Diversität und die Freiheit der Kunst einstehen können.
Wie kann man als öffentliches Theater agieren, wenn Regierungen eine undemokratische Agenda verfolgen? Diese Edition der European Theatre Talks mit dem Titel „Europäische Theatergespräche: Freie Kultur – Widerstand gegen politische Einmischung“ konzentrierte sich auf die wachsenden Einschränkungen der Ausdrucksfreiheit im europäischen Kontext. Interventionen von Künstler:innen, Kulturpersönlichkeiten und Entscheidungsträger:innen setzten sich intensiv mit den Themen Kunstfreiheit und Demokratie auseinander.
Fariba Mosleh, Kuratorin und Kulturmanagerin, vertrat als Mitglied des Rates der Freien Republik Wien die Wiener Festwochen als Referentin.
Die RESISTANCE NOW! Tour landete im taiwanesischen Nationaltheater: Die Insel Taiwan (Formosa) wurde nach dem chinesischen Bürgerkrieg 1949 von der Armee des Diktators Chiang Kai-shek kolonisiert und die indigene Bevölkerung in die Berge vertrieben. Milo Rau sprach mit dem indigenen Aktivisten, Filmemacher und Gründer des ersten indigenen Kindergartens in Taiwan, Mayaw Biho, über Kunst, Widerstand, Bildung und den langen Weg zu Demokratie und Gleichberechtigung.
In der Nacht auf den 21. Oktober schloss sich Milo Rau in Taiwan den von Mayaw Biho organisierten Protesten gegen den Bau eines Luxusresorts an. Er campierte gemeinsam mit 100 Aktivist:innen in der Bucht unter dem Heiligen Berg der Amis People vor dem Haus der indigenen Familie Shu Lin. Die Polizei und die City Officials wurden von den Aktivist:innen in den Morgenstunden vertrieben und der Bulldozer, der das Haus hätte zerstören sollen, verschwand (offizielles Pressestatement).
"Can Beauty Save the World?" fragte Milo Rau in seiner Eröffnungsrede zum 58. BITEF Theaterfestival in Belgrad. Im Hauptprogramm des Festivals waren auch Carolina Bianchis Die Braut und Goodnight Cinderella und Antigone im Amazonas, eine Koproduktion der Wiener Festwochen, zu sehen.
„Was kann und hinterlässt ein Theaterstück, welche Auswirkungen kann es in der realen Welt haben?“ Ausgehend von den künstlerischen Projekten Das neue Evangelium und Orestes in Mosul diskutierten Milo Rau und Yvan Sagnet (Aktivist aus Kamerun und Jesus-Darsteller in Das neue Evangelium) gemeinsam mit dem Direktor des Segal Center Frank Hentschker.
Wer hat Angst vor der Kunst? Immer mehr rechtsextreme Politiker:innen in Europa versuchen, Künstler:innen und Institutionen zum Schweigen zu bringen. Das jüngste Beispiel ist die Slowakei, wo die Direktor:innen des Slowakischen Nationaltheaters und der Slowakischen Nationalgalerie plötzlich von der Kulturministerin entlassen wurden. Der Direktor des SND, Matej Drlička, sprach über diesen eklatanten Angriff auf die Freiheit der künstlerischen Meinungsäußerung und die allgemeine politische Kultur, in der dies geschah. Milo Rau berichtete über Strategien, wie sich Institutionen in einem Fall wie diesem solidarisieren können.
In dem Gespräch Kunst und Widerstand wurde diskutiert, wie Künstler:innen und Aktivist:innen gegen die totale Kapitalisierung des Theaters einerseits und die Kürzung der Mittel andererseits kämpfen sollten. Das alles vor dem Hintergrund eines zunehmenden Nationalismus, bei dem Theaterleiter:innen aus politischen Gründen entlassen werden, wie jüngst zum Beispiel in der Slowakei geschehen.
Widerstand jetzt, überall und gemeinsam!
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