Highlighted Label
Stine Janvin, Ula Sickle, Persis Bekkering
THE UNIVERSITY OF RAVE: WHAT CAN WE LEARN FROM THE PARTY?
Labor
Sprache Englisch
Preis 12,50 Euro pro Tag (Teilnahmegebühr)

Anmeldung abgeschlossen

Termine
6. September
Montag
Zeit 11 Uhr bis 18 Uhr
 
7. September
Dienstag
Zeit 11 Uhr bis 18 Uhr
 
© Ania Rosinska Luczak
© Stine Sampers
© Jasper Kettner

    Mehr als ein Jahr ist vergangen, ohne Nähe zu fremden Körpern im vollen, dunklen Raum, zu schweißgebadeten Körpern, die sich in kollektiver Euphorie bewegen. Nur die Erinnerungen sind noch abrufbar. The University of Rave setzt genau an dem Punkt an und fragt: Was lernen von der Party? Wie das revolutionäre Potenzial der kollektiven Erfahrung aufrechterhalten? Wie sieht Solidarität in einer „sozial distanzierten“ Welt aus?

    Details

    Über den Zeitraum von zwei Tagen wird der Dance Floor in seine Grundelemente zerlegt: Ein Bewegungs- und Stimmworkshop wird mit Diskurs, Schreiben und Reflektieren verknüpft, um Rave aus historischer Perspektive sowie als Kontinuum in die Gegenwart und als Potenzial für neue Zukunftsformen zu erforschen.

    Im Stimmworkshop von Stine Janvin am ersten Tag lernen die Teilnehmer*innen, wie die Stimme zur Rhythmusmaschine wird und erleben die stark körperliche Empfindung sich wiederholender Beats und melodischer Muster anhand der Techniken, die Janvin für Echoic Choir und frühere Arbeiten wie Fake Synthetic Music entwickelt hat. Ula Sickle führt die Teilnehmer*innen durch die choreografische Recherche für ihre Performance. Sie stellt verschiedene Praktiken wie Rave Shuffle und seine Verbindung zu traditionellen Volkstänzen oder Trance Dance und seine Verwendung repetitiver Bewegung vor, um die grundlegenden Elemente, die Rave definieren, verständlich zu machen.

    Der zweite Tag ist dem geschriebenen Wort gewidmet. Autorin und Dramaturgin Persis Bekkering erarbeitet mit den Teilnehmer*innen eine Auswahl an fiktiven und theoretischen Texten, um die Ästhetik und Politik des Raves zu erforschen. Im Anschluss sind die Teilnehmer*innen eingeladen, selbst einen Rave zu schreiben, Rave also als narratives Werkzeug wahrzunehmen.

    Ein informeller Runder Tisch, offen für alle, wird die Universität des Raves abrunden. Gemeinsam werden wir die Dance Floors der Zukunft imaginieren, wo die Körper wieder gemeinsam ins Schwitzen geraten. In dieser Zäsur, die uns die Pandemie aufzwingt, denken wir darüber nach: Was wollen wir von der Vergangenheit der Party bewahren, was ändern?

    • Biographien

      Stine Janvin ist Sängerin, Performerin und Sound Artist aus Stavanger, Norwegen. Sie arbeitet mit der umfangreichen Flexibilität ihrer Stimme und den Möglichkeiten, damit die Körperlichkeit von Klängen zu vermitteln. Sie experimentiert mit Performance-Formaten, Vokalinstrumentation un den potentiellen Dualitäten von natürlich/künstlich, real/digital und minimalistisch/dramatisch. Sie konzipiert ihre Arbeiten für unterschiedliche Räumlichkeiten, von Theatern über Clubs und Gallerien bis neuerdings hin zu Websites und digitalen Plattformen. Ihre jüngsten Werke sind SOLD (a dog and pony show) und Fake Synthetic Music, für das sie eine Honorary Mention des Prix Ars Electronica 2019 erhielt. Stine Janvin ist Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 2020.

      Ula Sickle ist Choreografin und Performerin, sie lebt und arbeitet Brüssel. Aus dem zeitgenössischen Tanz kommend, setzt sie sich über Genregrenzen hiweg und bezieht zeitgenössische Musik und bildende Kunst in ihre Werke mit ein. Sie studierte erst in Toronto und Paris, bevor sie am renomierten PARTS (Performing Arts Research and Training Studios) in Brüssel und später am Le Fresnoy in Tourcoing, Frankreich, ihre Ausbildung abschloss. Zwischen 2017 und 2018 war sie Artist in Residence des Ujazdowski Centre for Contemporary Art in Warschau und am WIELS Zentrum für zeitgenössische Kunst in Brüssel. Ula Sickles Performances waren in Theatern und auf Festivals quer durch Europa zu sehen, unter anderem bei Kunstenfestivaldesarts in Brüssel, Tanz im August in Berlin, Moving in November in Helsinki, Les Rencontres chorégraphiques internationales de Seine-Saint-Denis in Paris und bei den Wiener Festwochen, wo sie 2019 Relay zeigte.

      Persis Bekkering ist Schriftstellerin und Dramaturgin und lebt in Brüssel. Zu ihren jüngsten Publikationen zählen Essays, Kunstkritiken und Belletristik in Niederländisch und Englisch. Ihr Debütroman Een heldenleven, 2018 bei Prometheus Press erschienen, stand auf der Shortlist für den ANV Debutantenprijs 2018. Ein neuer Roman, Exces, soll im Mai herauskommen; ein Kapitel davon wurde unter dem Titel Last Utopia ins Englische übersetzt und wird in einer bibliophilen Ausgabe der Jan Van Eyck Academy abgedruckt. Mit den formalen Aspekten der Techno-Musik als narrativem Stilmittel sind die beiden Bücher ein Versuch, die emotionale Landschaft des von permanenten Krisen geprägten Zeitgenössischen zu vermessen. Die (historische) Rave-Bewegung bildet den ekstatischen, instinktiv emotionalen Hintergrund für eine Geschichte über Verlust, Liebe und Trauma.

    Zugehörige Inhalte
    Stine Janvin, Ula Sickle
    ECHOIC CHOIR
    Musik, Performance
    Termine 4. / 5. / 6. Juni
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    Die Wiener Festwochen danken ihren Hauptsponsoren