Mette Edvardsen Time has fallen asleep in the afternoon sunshine

© Sydney Biennale

Immer wieder in der Geschichte wurden Bücher verbrannt – den widerständigen Geist der Worte konnte man dennoch nie bannen. In Ray Bradburys Science-Fiction-Roman Fahrenheit 451 ist es ein Akt der Auflehnung, Bücher auswendig zu lernen. Der Mensch selbst wird zum Buch. Dieser Gedanke hat die Norwegerin Mette Edvardsen, die sich einen Namen als innovative Performance-Künstlerin gemacht hat, zu ihrem Projekt Time has fallen asleep in the afternoon sunshine inspiriert. 2010 begann sie, die Bibliothek der lebenden Bücher aufzubauen: Performer*innen auf der ganzen Welt lernen seither Bücher auswendig. In Buchläden, Museen oder, wie in Wien, in Bibliotheken kann man diese Bücher „ausleihen“ und 30 Minuten lang in ihnen „lesen“. Das Projekt untersucht, wie Erinnerung ihre Gegenstände nicht nur konserviert, sondern zugleich auch ständig transformiert. Jedes neue Lesen der Bücher führt zu überraschenden und berührenden Begegnungen zwischen fremden Menschen.

Bücher auf Deutsch:

Schlafgänger von Dorothee Elmiger
Loslabern von Rainald Goetz
Nachdenken über Christa T von Christa Wolf
Faust von Johann Wolfgang von Goethe
Seltsame Sterne starren zur Erde von Emine Sevgi Özdamar

Bücher auf Englisch:

Orlando von Virginia Woolf
Bartleby The Scrivener von Herman Melville
Four Quartets von T.S. Eliot
Autobiography of Red von Anne Carson

Weitere Titel werden bekannt gegeben.

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