Wichaya Artamat / For What Theatre This Song Father Used to Sing (Three Days in May)

© Wichaya Artamat

Ein thailändisches Geschwisterpaar findet alle zwei Jahre zusammen, um in einer traditionellen chinesischen Zeremonie des verstorbenen Vaters zu gedenken. Bruder und Schwester kochen, essen, schwatzen und scherzen dabei meist nächtens über nichts im Besonderen. Leichtfüßig bewegen sie sich im Gespräch durch die gemeinsamen, strittigen Erinnerungen an den Vater und die aktuellen Eigenheiten ihrer getrennten Lebensalltage. Augenblicke zeugen ebenso von tiefer geschwisterlicher Zuneigung wie gleichgültiger Distanz. Der in Europa noch gänzlich unbekannte Autor und Regisseur Wichaya Artamat, den die thailändische Presse trotz seines jungen künstlerischen Schaffens schon als meisterhaften Aufspürer der Alltäglichkeit bezeichnet, inszeniert in This Song Father Used to Sing (Three Days in May), so unauffällig wie möglich, ein wunderschönes Ritual des Andenkens. Zwei außergewöhnliche Schauspieler*innen profilieren sich in den lebhaften, natürlichen Dialogen geschmückt mit Sarkasmus, Missverständnissen und kitschigen Liedtexten von Volkshelden. Wer glaubt, Theater muss größer sein als das Leben an sich, erlebt hier den Beweis des Gegenteils.

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