Tiago Rodrigues / Teatro Nacional D. Maria II Sopro

© Filipe Ferreira
© Filipe Ferreira
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Sopro – Portugiesisch für Hauch – handelt von einem Theater, das vergangen ist, doch durch die Erinnerung einer Souffleuse wieder zum Leben erweckt wird. Das jüngste Stück des Dramatikers und Regisseurs Tiago Rodrigues basiert auf Anekdoten, die Cristina Vidal während der 39 Jahre ihrer Tätigkeit als Souffleuse am Lissaboner Teatro Nacional D. Maria II sammelte. Normalerweise verbirgt sie sich hinter den Schauspieler*innen, nun aber tritt sie erstmals ins Rampenlicht, um ihnen ihre eigenen Erinnerungen zu soufflieren. Sie agiert etwas widerwillig und macht keinen Hehl daraus, dass sie von diesem innovativen Regie-Einfall nicht sonderlich viel hält und den Anweisungen des Regisseurs einzig aus Loyalität zu ihrem Theater folgt. Das Stück, das aus Fragmenten klassischer Texte (von Racine, Tschechow oder Sophokles) und Geschichten aus dem Leben hinter den Kulissen besteht, wird von dem Wunsch vorangetrieben, das Unsichtbare darzustellen. Sopro ist eine bewegende Hommage an alle im Theater-Hintergrund tätigen Menschen und an einen verschwindenden Beruf. Den Geist des Theaters beschwörend, lässt es die Wärme eines Atems spüren, der nicht fassbar oder vollständig kontrollierbar ist … aber den Erinnerungen immer wieder neues Leben einhaucht.