Ula Sickle Relay

© Ula Sickle

Eine schwarze Fahne wird fünf Stunden lang ununterbrochen geschwungen. Ihre Bewegung und das Flattern des Stoffs werden zu Choreografie und Ton. Relay, ein einzelner, kontinuierlicher Akt, fand Inspiration in den vielen Protestkundgebungen, die in letzter Zeit weltweit stattgefunden haben, wie u. a. die Massendemonstrationen in Polen zur Verteidigung der Frauenrechte, die als „Czarny Protest“ (Schwarzer Protest) bekannt wurden. Die schwarze Fahne jedoch lässt sich nicht mit einem bestimmten Kampf in Verbindung bringen und widersetzt sich einer einfachen Interpretation. Implizite Verweise auf Befreiungsbewegungen werden durch die zunehmende Präsenz jener Flaggen konterkariert, die in unserer gegenwärtigen Diktatur der Angst primär für Ab- und Ausgrenzung stehen. Die polnisch- kanadische Choreografin Ula Sickle und ihre vielfältige Gruppe von Performer*innen wechseln sich wie bei einer Staffel („relay“) in einem faszinierenden Belastungstest ab. Ihre Bewegungen changieren zwischen Hoffnung und Lähmung, Widerstand und Ohnmacht. Jede*r Einzelne muss selbst dafür sorgen, dass die Fahne nicht still steht, aber es ist die gemeinsame Anstrengung, die Relay zu einem so mächtigen Symbol macht. Wie ist noch Widerstand möglich in einem System, das es geschafft hat, jede Form von Opposition zu vereinnahmen?

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