Monira Al Qadiri Phantom Beard

© Nurith Wagner-Strauss
© Nurith Wagner-Strauss
© Monira al Qadiri
© Robert Reiger

Wie lebt es sich in ständiger Gegenwart von 40 Männern? Die kuwaitische, in Japan ausgebildete Künstlerin Monira Al Qadiri muss es wissen. Von einem Reinōsha, kundig der japanischen Technik des Geister-Lesens, erfuhr sie, dass diese Männer ihre Vorfahren sind und sie stets begleiten. Nachdem sie selbst Schreckliches erlebten, wollen sie nun mit ihr als Anführerin das Leben genießen. Al Qadiri, die sich bereits als bildende Künstlerin einen Namen gemacht hat, sitzt im Leben wie in der Kunst zwischen allen Stühlen. Und sie sitzt gut! Im Senegal geboren, wuchs sie in Kuwait auf – geprägt von japanischen Mangas und Animes, die sie verschlang. Phantom Beard, das in Wien uraufgeführt wird, ist genauso eigenwillig wie die Biografie der Künstlerin selbst. In einer Fusion der Kulturen macht sie Japans Traditionen und seinen oft kitschigen Pop fruchtbar für einen Umgang mit der Vergangenheit des Nahen Ostens, seiner kriegerischen Gegenwart und ungewissen Zukunft. Durch ausgefeilte Video-Technik erscheinen die Geister auf der Bühne: arabische Männer, die sich wie Butoh-Tänzer bewegen. Eine erfrischend unbefangene Begegnung mehrerer Welten.

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