Romeo Castellucci / Societas La vita nuova

© Stefan Glagla/KANAL
© Stefan Glagla/KANAL

Ein Gefühl von Aufbruch liegt in der staubgeschwängerten Luft eines verwaisten Parkhauses, in dem sich eine Gruppe von Männern versammelt hat. Eine Bruderschaft, die inmitten der herrenlosen Autos einen Messias hervorbringen will. Sie suchen nach einem neuen Anfang für die Menschheit, nach einem besseren Zusammenleben. Aber besser als was? An Politik, Arbeit, die moderne Gesellschaft glauben sie nicht länger. In seinem jüngsten Werk La vita nuova will Romeo Castellucci nichts weniger als einen konsequenten Neubeginn. Der Stammgast bei den Wiener Festwochen sorgt immer wieder für heftige Diskussionen. Sein klang- und bildgewaltiges, radikales Œuvre verlangt, dass durch die Bühnenkunst ein neues, unmittelbares Verständnis des Seins entsteht. Auch die Propheten der Parkgarage wollen nicht länger eine leere, oberflächliche Existenz mit einer Kunst führen, die sich in der Behauptung erschöpft – sie wollen die Kunst des Lebens wieder erlernen. In einer Umwandlung nicht nur der Werte, sondern auch der Dinge, erschaffen sie sich einen neuen Garten Eden.

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