Lia Rodrigues Fúria

© Sammi Landweer
© Sammi Landweer

Was bedeutet es, einen Körper zu haben? Einen Mund, der sprechen und schreien kann, Hände, um jemanden zu berühren oder etwas zu zerschlagen? In ihrer jüngsten Arbeit Fúria untersucht die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues mit neun Tänzer* innen, wie man als Gemeinschaft Handlungsmacht übernimmt, aus eigener Kraft seine Welt aufbaut. Für die 1956 geborene Rodrigues, die in Maré, der größten Favela Rio de Janeiros, eine Schule für zeitgenössischen Tanz betreibt, hat der Tanz immer eine soziale Notwendigkeit. Ihr unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Kunst ist Motor ihres Schaffens. Fúria bedeutet Hetze oder Wut, was sowohl an den neuen, mit faschistischen und gewaltverherrlichenden Aussagen schockierenden Präsidenten Brasiliens als auch an den ohnmächtigen Ärger der Bürger*innen denken lässt. Was könnte eine Gruppe aus solchen Emotionen entstehen lassen? Gleichzeitig Marsch, Parade und Prozession wirft diese kraftvolle, fesselnde Performance einen hoffnungsvollen Blick darauf, wofür Menschen zusammen einstehen können.

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