Toshiki Okada / chelfitsch Five Days in March Re-creation

© Hitedo Maezawa
© Misako Shimizu

Mit Five Days in March gelang dem japanischen Dramatiker und Regisseur Toshiki Okada 2004 der Durchbruch. Es gilt heute als Meilenstein des zeitgenössischen japanischen Theaters und tourte durch die ganze Welt. Eine Gruppe junger Japaner*innen berichtet darin von fünf Tagen im März 2003 – darunter jenem Tag, an dem die USA begannen, den Irak zu bombardieren. Was das Stück so reizvoll und aufregend neu machte, sind seine starken Kontraste: Vor dem Hintergrund von Krieg und Protest erzählen die Performer*innen in schlampigem Jugendslang banale Geschichten von Konzerten, Sex und Freundschaft. Während sie ihre seltsam ziellose, unartikulierte Suada von sich geben, vollführen ihre Körper völlig losgelöste, beinah tanzende Bewegungen. In einer an Brecht geschulten Weise macht Okada ihr Lebensgefühl zwischen Apathie, Isolation und Angst spürbar. Über zehn Jahre später kommt er auf diese Arbeit zurück; er möchte den Veränderungen in der japanischen Gesellschaft, vor allem dem steigenden politischen Engagement, Rechnung tragen. In der Re-creation legt eine neue Generation junger Performer*innen den Text wie eine Folie auf das Japan nach Fukushima und untersucht, was sich seit der Jahrtausendwende verändert hat – und was nicht.

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