Jörg Lukas Matthaei, Mariel Rodríguez Baile Bassena

Eine Nachtmusik für die Arbeitergasse

© Mariel Rodriguez

Vor mehr als 100 Jahren bauten die Schoeller Stahlwerke im niederösterreichischen Ternitz eine Siedlung für ihre Arbeiter*innen, die bald nur mehr Mexiko genannt wurde. War diese Namensgebung ein Akt der Solidarität mit Emiliano Zapata und Pancho Villa, den Symbolfiguren der mexikanischen Revolution? Schon vor der Schließung des Werks übersiedelten viele Arbeiter*innen nach Wien, einige von ihnen in die Arbeitergasse im 5. Gemeindebezirk. Der Traum vom solidarischen Proletariat wich schnell der Realität des globalen Prekariats. Doch auch in der Arbeitergasse finden sich Orte, an denen man die blauere Seite des Himmels finden kann. Zwischen veganem Schnapsbeisl und arabischem Friseur, Nam Nam Deli und Schnäppchen-Discounter bringen die Künstler*innen Jörg Lukas Matthaei und Mariel Rodríguez die Verhältnisse in ortsbezogene Interventionen zum Tanzen: In Baile Bassena entsteht eine begehbare Partitur von Stimmen der heutigen Bewohner*innen der Arbeitergasse, die in einem multimedialen Parcours erkundet werden kann. Das Projekt mündet in einer kollektiven Ballnacht in der Gasse.