PREDICTABLY UNPREDICTABLE

EIN LABOR ZUM FESTIVAL DER ZUKUNFT

Anlässlich ihres 70-jährigen Bestehens laden die Festwochen dazu ein, gemeinsam Zukünfte zu entwerfen. Im Rahmen eines viertägigen Labors kommen Forscher*innen und Studierende von fünf Universitäten, Künstler*innen und Publikum zusammen, um in Lectures, Diskussionen sowie performativen, installativen und akustischen Interventionen nach der Positionierung eines Festivals im Gestern, Heute und Morgen zu fragen. Dabei begeben sie sich mithilfe des Festwochen Archivs auf die Spuren der vielfältigen Festivalgeschichte und entwickeln miteinander Visionen vom Festival der Zukunft: als Ort geplanter Unberechenbarkeit.

Ort brut nordwest
Termine
9. - 12. September, 13 - 19 Uhr

Eintritt frei

Anmeldung Registrierung erfolgt vor Ort. Alle wichtigen Fragen rund um Ihren Besuch im brut nordwest finden Sie hier

Auf dem terrain vague des ehemaligen Nordwestbahnhofs eröffnen vier Tage – die einzeln oder hintereinander besucht werden können – vier unterschiedliche Themengebiete. Unvorhersehbare Begegnungen stehen dabei im Zentrum: Expert*innen aus ganz unterschiedlichen Wissensgebieten – von Kunst über Architektur bis zu Robotik und Quantenphysik – treffen in Tandem-Talks zum ersten Mal aufeinander. Die Choreografin Anne Juren eröffnet jeden Tag mit einer imaginären Suche nach den fantastischen Anatomien eines Festivals. Junge Autor*innen schicken die Teilnehmer*innen auf einen Audiowalk. Und Studierende und Dozierende verschiedener Disziplinen – von den Kulturwissenschaften bis zur Soziologie – geben Einblicke in ihre Semesterprojekte, in denen sie sich anhand des Festwochen Archivs mit der Vergangenheit und Zukunft des Festivals auseinandergesetzt haben.

Schon im Vorfeld präsentieren die Festwochen erstmals ein Online-Archiv, das zunächst Zugriff auf die Programmhefte von 1951 bis 2021 ermöglicht und in den nächsten Jahren um weitere Bestände wachsen wird. Dazu haben sich die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und die Theaterhistorikerin Theresa Eisele in zwei Essays mit der Rolle des Archivs für die performativen Künste sowie der Geschichte der Festwochen auseinandergesetzt.

Moderation Nicola Scherer Wissenschaftliche Begleitung Theresa Eisele

  • Nicola Scherer

    Nicola Scherer ist Künstlerin, Kuratorin und Kulturmanagerin, die an der Universität Hildesheim zum Schwerpunkt Festival Studies forscht und lehrt. In ihrer Dissertation untersuchte sie internationale Theaterfestivals und deren kulturpolitische Strategien. Mit dem Kollektiv space ensemble ist sie seit 2006 unter anderem in Berlin, Braunschweig, Wien und San Francisco tätig.

  • Theresa Eisele

    Theresa Eisele ist Theaterwissenschafterin und Autorin. Sie studierte in Leipzig, Madrid und Wien und forscht zur Theatergeschichte Wiens in der Moderne sowie zu theatralen Denkmodellen von Gesellschaft. 2021 ist sie Visiting Fellow am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin. Jüngst erschien ihr Buch Szenen der Wiener Moderne. Drei Artefakte und ihre Vorstellungswelten des Jüdischen in der Leipziger toldot-Reihe.

9. September
Unpredictable Space(s)
10. September
Unpredictable Encounter(s)
11. September
Unpredictable Time(s)
12. September
Unpredictable Practice(s)
© Anne Juren
© Yona Schuh / Humayan Memon
© Carlo Favero und Tim Driven
© Christian Werner
© Bea Borgers / Sony Al Inc
© Elfi Semotan / Karin Gruber
© Heinz Holzmann / Helga Novotny
© Claudia Bosse / Ikerbasque Basque Foundation for Science
© Nefeli Myrodia / Eleni Mouzakiti
© Carlo Rovelli / Kristof Van Landschoot

9. September
UNPREDICTABLE SPACE(S) Donnerstag, 13 bis 19 Uhr

Die Räume des Festivals sind ebenso real wie imaginär. Wo findet das Festival der Zukunft statt? Welche Denkräume eröffnet es? Welchen Inhalten und Ästhetiken gibt es Raum? Expert*innen aus Szenografie, Stadtplanung, Architektur, Soziologie und Publizistik untersuchen die Beziehung des Festivals zur Stadt, blicken neugierig auf nicht-westliche Konzepte von öffentlichem Raum und verorten das Festival der Zukunft.

Anschließend an das Tagesprogramm gibt es bei MITTEN am Abend Keynotes, Performances und Musik bei freiem Eintritt.

  • 13 Uhr Fantasmical Anatomies for the Future I

    Performance von Anne Juren

    Mit ihren Fantasmical Anatomies Lessons erforscht die Choreografin Anne Juren seit Jahren die Kraft verkörperten Wissens. Der Körper kann nicht nur als Archiv und Gedächtnis begriffen werden. Für Juren ist er der einzige Ort, um Zukunft zu denken und zu spüren. Fantasmical Anatomies for the Future ist eine Serie von Körperübungen in Form von poetischen, fantastischen und spekulativen Choreografien, die den Start eines jeden Tages markieren. Wie fühlt sich Zukunft an?

    Sprache Englisch

    Von und mit Anne Juren

    Die Wiener Choreografin, Tänzerin und Performerin Anne Juren stammt aus Grenoble. Seit 2015 entwickelt sie künstlerische Arbeiten als Teil einer fortlaufenden choreografischen und therapeutischen Forschung. Dabei erweitert sie den Choreografiebegriff, indem sie den Körper, in verschiedene physische, poetische, spekulative Erfahrungen einbezieht. Sie ist Feldenkrais-Praktikerin und absolviert derzeit ein Doktoratsstudium an der Stockholm University of the Arts.

  • 13.30 Uhr Unordnung, Differenz, Improvisation

    Diskurs mit dem Institut für Soziologie & Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft / Universität Wien

    Welche Impulse liefern die Räume der Stadt für ein Festival wie die Wiener Festwochen und wie schreibt sich dieses in den Stadtraum ein? Sozialwissenschaftler*innen der Universität Wien teilen die Ergebnisse ihres gemeinsamen Forschungsprozesses, in dem sie die Interaktionen von urbanem Raum und Kulturfestival unter die Lupe nehmen. An stadträumlichen Themen reiben sie Entwürfe aus dem Vergangenen mit dem Ungewissen, Neuen. Sichtbar werden innere und äußere Grenzen, Zwischenräume und Schattenorte, An- und Bereicherungen, Verwandlungen sowie Ein- und Ausschlüsse.

    Sprache Deutsch

    Von und mit Studierenden und Dozierenden des Instituts für Soziologie & des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (Petra Herczeg, Christoph Reinprecht, Irina Kachapova, Oliver Wittich) / Universität Wien

  • 15 Uhr Tandem-Talks

    mit Elke Krasny & Marvi Mazhar, Jozef Wouters & Sandi Hilal

    Künstler*innen treffen in öffentlichen Gesprächen auf Expert*innen ihrer Wahl. Wen laden sie ein, um gemeinsam über das Festival der Zukunft nachzudenken? In einem unvorhersehbaren Aufeinandertreffen kommen sie zum ersten Mal öffentlich zusammen und suchen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven nach gemeinsamen Visionen.

    Elke Krasny im Gespräch mit Marvi Mazhar
    Jozef Wouters im Gespräch mit Sandi Hilal

    Sprache Englisch

    Elke Krasny ist Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie forscht zu Fragen von Feminismen, Arbeit, Ökonomie, Ökologie und Erinnerungspolitiken in Architektur, Urbanismus, zeitgenössischer Kunst und Kunstvermittlung und ist Mitherausgeberin des Buchs Critical Care. Architecture and Urbanism for a Broken Planet.

    Die Arbeit der pakistanischen Architektin Marvi Mazhar vereint Visual Studies, Intervention und Raumpolitik. Sie forscht an der Goldsmiths, University of London, zu den Potenzialen gemeinschaftlicher Stadtplanung am Beispiel Karatschis, der größten Stadt Pakistans.

    Jozef Wouters ist Bühnenbildner und Theatermacher aus Brüssel. Seine Arbeiten nehmen Bezug auf spezifische Orte und stoßen eine Auseinandersetzung mit strategischen Räumen, sozialen Prozessen und der Imaginationskraft an. Seit 2017 ist er Artist in Residence bei Meg Stuart / Damaged Goods.

    Sandi Hilal ist Architektin und Pädagogin. Sie ist Co-Direktorin von Decolonizing Architecture Art Research (DAAR), einem renommierten Architektur- und Kunstkollektiv, das in Palästina gegründet wurde. In einem Flüchtlingslager in Bethlehem mitbegründete sie Campus in Camps, ein experimentelles Bildungsprogramm mit dem Ziel, konventionelle Bildungsstrukturen zu überwinden. Hilal initiierte The Living Room, eine Reihe von Räumen der Gastfreundschaft, die das Potenzial haben, die Rolle von Gast und Gastgeber*in zu untergraben.

  • 17.30 Uhr Archiv der Zukunft

    Tischgespräche mit den Expert*innen des Tages

    Die Expert*innen des Tages werden zu Gastgeber*innen kleiner Thinktanks in denen Fragen, Thesen und Forderungen im Austausch mit den Teilnehmer*innen diskutiert werden. Im Verlauf der Gespräche entsteht– als vorläufiges und fragiles Ergebnis des Labors – entlang des Tagesthemas ein kollektives (Ton-)Archiv, das Tag für Tag anwächst: Was wurde gesagt und gedacht? Was bleibt? Was wird morgen relevant sein? Was gibt´s zu tun?

    Sprache Deutsch und Englisch

  • ganztägig echo / ghost I – Das versprochene Haus

    Audiowalk des Instituts für Sprachkunst / Universität für angewandte Kunst Wien

    Du kannst hingehen, wohin du willst, wie du willst. Du kannst: Reingehen - in meinen Kopf, mein Haus – oder draußen bleiben. Das versprochene Haus führt als ortsunabhängiger Soundwalk durch Erinnerungen, Vorstellungen, Verfälschungen. Ein Versuch nicht zu vergessen, ein Auf-den-Kopf-stellen, ein Farben-ändern. Was verschwindet, wenn wir es niemandem versprechen?

    Ausgehend vom Begriff des Archivs präsentieren junge Autor*innen vier Audiowalks. An jedem der vier Tage lädt ein anderes Sprachkunstwerk dazu ein, die altbekannte Umgebung mit neuen Augen zu sehen. Im Zentrum steht dabei die Frage nach Geschichtsschreibung als kreativem, lustvollem, auch gewaltsamem Akt und danach, wie ein Schreiben aussehen könnte, das die Hinterzimmer betritt und Bildrückseiten betrachtet, um die Spielkarten für die Zukunft neu zu mischen.

    Sprache Deutsch

    Von Sophie Dostal, Institut für Sprachkunst (Gerhild Steinbuch) / Universität für angewandte Kunst Wien

    Sophia Dostal wurde 1995 in Wien geboren. Sie kann fünf Teller auf zwei Händen tragen, aber anstatt zu kellnern studiert sie seit 2019 Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie ist Teil der JENNY-Redaktion, ist engagiert auf der Suche nach neuen Lesungsformen und Mitglied des noch zu gründenden Vereins „Das Amt”.

  • ganztägig Zwischen Fest halten und Fest feiern

    Installation vom Studiengang raum&designSTRATEGIEN / Kunstuniversität Linz

    Ein Teil des Festwochen Archivs befindet sich vor Ort zwischen den Besucher*innen. Anfassen erlaubt: Hände greifen hinein, ziehen heraus, öffnen, drehen, wenden, untersuchen – und perforieren. Die viertägige, interaktive Installation fragt nach den Löchern, Lücken und Zwischenräumen des Archivs. Was wird bewahrt? Was weggeworfen? Wie lässt sich ein Archiv performativ zum Leben erwecken? Werft Konfetti, der Augenblick schwingt sich in die Zukunft.

    Von und mit Studierenden und Dozierenden des Studiengangs raum&designSTRATEGIEN (Larissa Meyer, Ton Matton, Franziska Schink) / Kunstuniversität Linz

10. September
UNPREDICTABLE ENCOUNTER(S) Freitag, 13 bis 19 Uhr

Ein Festival schafft Begegnungen und konstituiert Gemeinschaften. Wer trifft sich? Und wer ist außen vor? Wer schaut zu – und wer macht mit? Wie formt ein Festival das soziale Miteinander im Rahmen seiner Aufführungen und darüber hinaus? Künstler*innen, KI-Forscher*innen und Kunst- und Kulturvermittler*innen treten in Dialog, um dem Festival der Zukunft zu begegnen – zwischen leiblicher und virtueller Ko-Präsenz und -Kreation.

Anschließend an das Tagesprogramm gibt es bei MITTEN am Abend Keynotes, Performances und Musik bei freiem Eintritt.

  • 13 Uhr Anatomies for the Future II

    Performance von Anne Juren

    Mit ihren Fantasmical Anatomies Lessons erforscht die Choreografin Anne Juren seit Jahren die Kraft verkörperten Wissens. Der Körper kann nicht nur als Archiv und Gedächtnis begriffen werden. Für Juren ist er der einzige Ort, um Zukunft zu denken und zu spüren. Fantasmical Anatomies for the Future ist eine Serie von Körperübungen in Form von poetischen, fantastischen und spekulativen Choreografien, die den Start eines jeden Tages markieren. Wie fühlt sich Zukunft an?

    Sprache Englisch

    Von und mit Anne Juren

    Die Wiener Choreografin, Tänzerin und Performerin Anne Juren stammt aus Grenoble. Seit 2015 entwickelt sie künstlerische Arbeiten als Teil einer fortlaufenden choreografischen und therapeutischen Forschung. Dabei erweitert sie den Choreografiebegriff, indem sie den Körper, in verschiedene physische, poetische, spekulative Erfahrungen einbezieht. Sie ist Feldenkrais-Praktikerin und absolviert derzeit ein Doktoratsstudium an der Stockholm University of the Arts.

  • 13.30 Uhr Wen interessieren eigentlich die Wiener Festwochen?

    Diskurs mit Studierenden und Dozierenden des Studiengangs MAE Master of Arts Education / Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

    Wer kommt? Wer kam? Wer war und wer ist eingeladen? Künstler*innen und Kunst- und Kulturvermittler*innen stellen die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts vor, das Inklusions- und Exklusionsmechanismen urbaner Festivals kritisch hinterfragt. Eine performative Spurensuche nach den An- und Abwesenden, basierend auf Archiv-Recherchen, künstlerisch-basierten Erhebungsmethoden und öffentlichen Interventionen im Vorfeld.

    Sprache Deutsch

    Von und mit Studierenden und Dozierenden des Studiengangs MAE Master of Arts Education (Peter Spindler, Susanne Wolfram) / Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

  • 15 Uhr Tandem-Talks

    mit Begüm Erciyas & Michael Spranger, Wolfgang Zinggl & Viola Gruber

    Künstler*innen treffen in öffentlichen Gesprächen auf Expert*innen ihrer Wahl. Wen laden sie ein, um gemeinsam über das Festival der Zukunft nachzudenken? In einem unvorhersehbaren Aufeinandertreffen kommen die beiden zum ersten Mal öffentlich zusammen und suchen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven nach gemeinsamen Visionen.

    Begüm Erciyas im Gespräch mit Michael Spranger
    Wolfgang Zinggl / WochenKlausur mit Viola Gruber

    Sprache Deutsch und Englisch

    Die türkische Choreografin und Performerin Begüm Erciyas lebt und arbeitet in Brüssel. Ihre Werke beschäftigen sich häufig mit Ton und Stimme und ermöglichen dem Publikum paradoxe Erlebnisse zwischen Kollektiv und Einsamkeit. Im Rahmen der Wiener Festwochen 2021 ist ihre Arbeit Letters from Attica zu sehen.

    Michael Spranger ist Forscher am Sony Computer Science Laboratories Inc. in Tokio – einem Thinktank für Zukunftstechnologien, die Grenzen in Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft verschwimmen lassen. Er ist auf autonome Roboter spezialisiert und ist Co-Künstler bei Das Fremde – einem laufenden Kunstprojekt zum Thema kulturelle Identität und Maschinen.

    Die Gruppe WochenKlausur schafft Kunst ohne formale Werke und damit einen neuen Begriff von Kunst: Sie gestaltet das Zusammenleben und verringert in ihren Projekten gesellschaftspolitische Defizite wie z.B. 1993 in der Wiener Secession mit der Einrichtung einer medizinischen Versorgung für Obdachlose.

    Viola Grubers Eltern lernten sich im Theater kennen, in ihrer Schule mit Schwerpunkt Theater stand sie selbst auf der Bühne. Später studierte sie Landschaftsplanung und Pferdewissenschaften und aktuell Psychotherapie während sie als Ordinationsassistentin arbeitet. Ihre Lebensaufgabe sind die Pferde, aus Leidenschaft gründete sie einen Pferdestall. Ihre Interessen liegen eindeutig bei der Natur und Tieren, weniger bei Kunst und Kultur. Das letzte Mal im Theater war sie wahrscheinlich in ihrer Schulzeit. Sie war noch nie bei den Wiener Festwochen zu Gast.

  • 17.30 Uhr Archiv der Zukunft

    Tischgespräche mit den Expert*innen des Tages

    Die Expert*innen des Tages werden zu Gastgeber*innen kleiner Thinktanks in denen Fragen, Thesen und Forderungen im Austausch mit den Teilnehmer*innen diskutiert werden. Im Verlauf der Gespräche entsteht– als vorläufiges und fragiles Ergebnis des Labors – entlang des Tagesthemas ein kollektives (Ton-)Archiv, das Tag für Tag anwächst: Was wurde gesagt und gedacht? Was bleibt? Was wird morgen relevant sein? Was gibt´s zu tun?

    Sprache Deutsch und Englisch

  • ganztägig echo / ghost II – Körperwege

    Audiowalk des Instituts für Sprachkunst / Universität für angewandte Kunst Wien

    Spürst du deinen Körper? Fühlst du, wie er atmet? Fühlst du, wie deine Knochen dich halten? Das Blut durch dich pumpt? Unter deinen Füßen der dunkle Boden. Pflanzen drücken sich daraus in die Höhe. Die Risse werden fruchtbar. Das ist ein Vorausblick. Das ist ein Vorgeschmack auf das, was folgt. Lass los. Lass los und tauche ein, ins Archiv deines Körpers.

    Ausgehend vom Begriff des Archivs präsentieren junge Autor*innen vier Audiowalks. An jedem der vier Tage lädt ein anderes Sprachkunstwerk dazu ein, die altbekannte Umgebung mit neuen Augen zu sehen. Im Zentrum steht dabei die Frage nach Geschichtsschreibung als kreativem, lustvollem, auch gewaltsamem Akt und danach, wie ein Schreiben aussehen könnte, das die Hinterzimmer betritt und Bildrückseiten betrachtet, um die Spielkarten für die Zukunft neu zu mischen.

    Sprache Deutsch

    Von Kollektiv HALM, Institut für Sprachkunst (Gerhild Steinbuch) / Universität für angewandte Kunst Wien Sounddesign Hanna Brühwiler Stimme Josephine Hochbruck

    Kollektiv HALM besteht aus Maë Schwinghammer (*1993, Autorin, Lyrikerin), Anouk Doujak (*1998, Autorin, Grafikerin), Hannah Bründl (*1996, Autorin für Theater, Hörspiel und Multimediaprojekte)und Laura Bärtle (*1999, Autorin, Lyrikerin).

  • ganztägig Zwischen Festhalten und Fest feiern

    Installation vom Studiengang raum&designSTRATEGIEN / Kunstuniversität Linz

    Ein Teil des Festwochen Archivs befindet sich vor Ort zwischen den Besucher*innen. Anfassen erlaubt: Hände greifen hinein, ziehen heraus, öffnen, drehen, wenden, untersuchen – und perforieren. Die viertägige, interaktive Installation fragt nach den Löchern, Lücken und Zwischenräumen des Archivs. Was wird bewahrt? Was weggeworfen? Wie lässt sich ein Archiv performativ zum Leben erwecken? Werft Konfetti, der Augenblick schwingt sich in die Zukunft.

    Von und mit Studierenden und Dozierenden des Studiengangs raum&designSTRATEGIEN (Larissa Meyer, Ton Matton, Franziska Schink) / Kunstuniversität Linz

11. September
UNPREDICTABLE TIME(S) Samstag, 13 bis 19 Uhr

Ein Festival ist gestaltete Zeit. In der Gegenwart des Festivals kulminieren Vergangenheit und Zukunft, Tradition und Innovation. Wie verhält sich das Festival der Zukunft zur Zeitökonomie einer Gesellschaft? Wie definiert es Zeitgenoss*innenschaft? Kunst- und Kulturwissenschaftler*innen, Künstler*innen, Soziolog*innen und Quantenphysiker*innen begeben sich auf die Suche nach einem Festival am Puls der Zeit.

Anschließend an das Tagesprogramm gibt es bei MITTEN am Abend Keynotes, Performances und Musik bei freiem Eintritt.

  • 13 Uhr Fantasmical Anatomies for the Future III

    Performance von Anne Juren

    Mit ihren Fantasmical Anatomies Lessons erforscht die Choreografin Anne Juren seit Jahren die Kraft verkörperten Wissens. Der Körper kann nicht nur als Archiv und Gedächtnis begriffen werden. Für Juren ist er der einzige Ort, um Zukunft zu denken und zu spüren. Fantasmical Anatomies for the Future ist eine Serie von Körperübungen in Form von poetischen, fantastischen und spekulativen Choreografien, die den Start eines jeden Tages markieren. Wie fühlt sich Zukunft an?

    Sprache Englisch

    Von und mit Anne Juren

    Die Wiener Choreografin, Tänzerin und Performerin Anne Juren stammt aus Grenoble. Seit 2015 entwickelt sie künstlerische Arbeiten als Teil einer fortlaufenden choreografischen und therapeutischen Forschung. Dabei erweitert sie den Choreografiebegriff, indem sie den Körper, in verschiedene physische, poetische, spekulative Erfahrungen einbezieht. Sie ist Feldenkrais-Praktikerin und absolviert derzeit ein Doktoratsstudium an der Stockholm University of the Arts.

  • 13.30 Uhr Das Projekt und seine Zeit

    Diskurs mit Studierenden und Dozierenden des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften & des Instituts für Kunst und Architektur / Akademie der bildenden Künste Wien

    Einst setzte das Festival als temporäre Veranstaltung den etablierten Institutionen experimentelle Projekte entgegen. Wenn sich die Projektkultur aber selbst zu einem dominanten Format entwickelt, wird die Ausnahme zur Regel. Geht die Institutionalisierung der Festivalkultur mit der Etablierung prekärer Verhältnisse einher? Lässt sich das Narrativ des Festivals als institutionskritisches Korrektiv aufrechterhalten? Wie muss es neu gedacht werden? Künstler*innen und Kunst- und Kulturwissenschaftler*innen blicken kritisch auf diese Veränderungen.

    Sprache Deutsch

    Von und mit Julia Belova, Carolin Brendel, Mirjam Bromundt, Jessica Grundler, Leonie Huber, Kyungrim Lim Jang, Julia Karpova, Flora Klein, Lilith Kraxner, Maya Livingstone, Alevtina Lyapunova, Tabea Marschall, Stepan Nest, Carla Rihl, Lisa Schmidt-Colinet, Andreas Spiegl, Lucia Ugena (Studierende und Dozierende des Instituts für Kunst- und Kulturwissenschaften & des Instituts für Kunst und Architektur / Akademie der bildenden Künste Wien)

  • 15 Uhr Tandem-Talks

    mit Milica Ilić & Carlo Rovelli und Alexandra Althoff & Helga Nowotny

    Künstler*innen treffen in öffentlichen Gesprächen auf Expert*innen ihrer Wahl. Wen laden sie ein, um gemeinsam über das Festival der Zukunft nachzudenken? In einem unvorhersehbaren Aufeinandertreffen kommen die beiden zum ersten Mal öffentlich zusammen und suchen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven nach gemeinsamen Visionen.

    Milica Ilić im Gespräch mit Carlo Rovelli
    Alexandra Althoff im Gespräch mit Helga Nowotny

    Sprache Deutsch, Englisch

    Milica Ilić beschäftigt sich intensiv mit den kollektiven Prozessen von Wandel und Veränderung in der Kunst. Sie ist Teil des Teams von Onda, dem französischen Distributionsbüro für Peforming Arts. Dort koordiniert sie das Projekt RESHAPE, ein kollaborativer Forschungsprozess mit dem Ziel einer Transformation des Kunstbetriebs hin zu einem alternativen, faireren und gemeinschaftlichen System in Europa und dem südlichen Mittelmeerraum.

    Carlo Rovelli ist theoretischer Physiker und bekannt für seine Forschungen zur Quantengravitation. Am Centre de Physique Théorique der Universität Aix-Marseille gründete er die Quantum Gravity Group. Er ist Autor internationaler Bestseller wie Sieben kurze Lektionen über Physik und Die Ordnung der Zeit. Das Magazin Foreign Policy zählte ihn 2019 zu den 100 einflussreichsten wissenschaftlichen Persönlichkeiten.

    Die Dramaturgin und Theaterwissenschaftlerin Alexandra Althoff ist Stellvertretende Künstlerische Direktorin am Burgtheater und Teil des Künstler*innenkollektivs RAUM+ZEIT, das Inszenierungen und Installationen entwirft, die mit der Logik eines konsistenten Raum-Zeit-Kontinuums und der inneren Welt der Wahrnehmung spielen.

    Helga Nowotny ist Professorin emerita der ETH Zürich und ehemalige Präsidentin des Europäischen Forschungsrates, ERC. Ihre Bücher Eigenzeit (1987) bzw. Eigenzeit. Revisited (2016) wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Helga Nowotny ist seit vielen Jahren Mitglied der International Society fot the Study of Time, deren Präsidentin sie von 1992 bis 1995 war.

  • 17.30 Uhr Archiv der Zukunft

    Tischgespräche mit den Expert*innen des Tages

    Die Expert*innen des Tages werden zu Gastgeber*innen kleiner Thinktanks in denen Fragen, Thesen und Forderungen im Austausch mit den Teilnehmer*innen diskutiert werden. Im Verlauf der Gespräche entsteht– als vorläufiges und fragiles Ergebnis des Labors – entlang des Tagesthemas ein kollektives (Ton-)Archiv, das Tag für Tag anwächst: Was wurde gesagt und gedacht? Was bleibt? Was wird morgen relevant sein? Was gibt´s zu tun?

    Sprache Deutsch und Englisch

  • ganztägig echo / ghost III – Niemand träumt, was ihn*sie nichts angeht

    Audiowalk des Instituts für Sprachkunst / Universität für angewandte Kunst Wien

    Erst auf dem Weg zum Zug wird klar: das Reisen durch den Raum ist nicht genug, die Tagesreste fordern ein Ziel, das außerhalb liegt. Das Wichtige, was noch zu sagen war, muss einen raumlosen Weg zurücklegen. Komm schneller, da steht jemand hinter dir. Schneller, entkommen kann nur, wer erzählt.

    Ausgehend vom Begriff des Archivs präsentieren junge Autor*innen vier Audiowalks. An jedem der vier Tage lädt ein anderes Sprachkunstwerk dazu ein, die altbekannte Umgebung mit neuen Augen zu sehen. Im Zentrum steht dabei die Frage nach Geschichtsschreibung als kreativem, lustvollem, auch gewaltsamem Akt und danach, wie ein Schreiben aussehen könnte, das die Hinterzimmer betritt und Bildrückseiten betrachtet, um die Spielkarten für die Zukunft neu zu mischen.

    Sprache Deutsch

    Von Lennart Kos, Institut für Sprachkunst (Gerhild Steinbuch) / Universität für angewandte Kunst Wien

    Lennart Kos wurde 1995 in Siegen geboren. Nach seinem Schulabschluss 2013 arbeitete er über zwei Jahre am Theater Osnabrück und wechselte 2015 als Regieassistent ans Theater Bielefeld. Seit 2019 studiert Kos Sprachkunst in Wien.

  • ganztägig Zwischen Festhalten und Fest feiern

    Installation vom Studiengang raum&designSTRATEGIEN / Kunstuniversität Linz

    Ein Teil des Festwochen Archivs befindet sich vor Ort zwischen den Besucher*innen. Anfassen erlaubt: Hände greifen hinein, ziehen heraus, öffnen, drehen, wenden, untersuchen – und perforieren. Die viertägige, interaktive Installation fragt nach den Löchern, Lücken und Zwischenräumen des Archivs. Was wird bewahrt? Was weggeworfen? Wie lässt sich ein Archiv performativ zum Leben erwecken? Werft Konfetti, der Augenblick schwingt sich in die Zukunft.

    Von und mit Studierenden und Dozierenden des Studiengangs raum&designSTRATEGIEN (Larissa Meyer, Ton Matton, Franziska Schink) / Kunstuniversität Linz

12. September
UNPREDICTABLE PRACTICE(S) Sonntag, 13 bis 19 Uhr

Wie kann sich das Festival der Zukunft neugierig und lustvoll ins Ungewisse stürzen? Ergebnisoffene Prozesse anstoßen, Produktionsbedingungen flexibel gestalten und Künstler*innen zu Risiken ermutigen? Künstler*innen fragen mit Hilfe von Kunstsammler*innen und Ethiker*innen sowie Pflanzen-Philosoph*innen nach den Bedürfnissen und Bedingungen kreativen Schaffens.

Anschließend an das Tagesprogramm gibt es bei MITTEN am Abend Keynotes, Performances und Musik bei freiem Eintritt.

  • 13 Uhr Fantasmical Anatomies for the Future IV

    Performance von Anne Juren

    Mit ihren Fantasmical Anatomies Lessons erforscht die Choreografin Anne Juren seit Jahren die Kraft verkörperten Wissens. Der Körper kann nicht nur als Archiv und Gedächtnis begriffen werden. Für Juren ist er der einzige Ort, um Zukunft zu denken und zu spüren. Fantasmical Anatomies for the Future ist eine Serie von Körperübungen in Form von poetischen, fantastischen und spekulativen Choreografien, die den Start eines jeden Tages markieren. Wie fühlt sich Zukunft an?

    Sprache Englisch

    Von und mit Anne Juren

    Die Wiener Choreografin, Tänzerin und Performerin Anne Juren stammt aus Grenoble. Seit 2015 entwickelt sie künstlerische Arbeiten als Teil einer fortlaufenden choreografischen und therapeutischen Forschung. Dabei erweitert sie den Choreografiebegriff, indem sie den Körper, in verschiedene physische, poetische, spekulative Erfahrungen einbezieht. Sie ist Feldenkrais-Praktikerin und absolviert derzeit ein Doktoratsstudium an der Stockholm University of the Arts.

  • 13.30 Uhr Heute denken, morgen fertig?

    Diskurs mit Studierenden und Dozierenden des Instituts für Kunst- und Wissenstransfer / Universität für angewandte Kunst Wien

    Wie verkörpert ein Festival eine Idee? Wie schafft künstlerische Produktion Gemeinschaft? Was wächst im Schatten von Leuchttürmen? Ausgehend von Ereignissen der Festwochen (Das tiefe Kehlchen von Martin Kippenberger,1991, sowie Bitte liebt Österreich von Christoph Schlingensief, 2000) und weiteren Beispielen gemeinschaftsstiftender künstlerischer Produktion beschäftigen sich Künstler*innen und Theoretiker*innen mit dem Spannungsfeld zwischen Einzigartig- und Austauschbarkeit, zwischen Arena und Elite, zwischen Niveau und Schwindel, sowie der Frage, was das Fest im Namen der Institution bedeutet, die sich ganz ihrer Stadt verschrieben hat: „Unsterbliches Wien“, wie es 1951 wieder hieß.

    Sprache Deutsch

    Von und mit Studierenden und Dozierenden des Instituts für Kunst- und Wissenstransfer (Götz Leineweber) / Universität für angewandte Kunst Wien

  • 15 Uhr Tandem-Talks

    mit Claudia Bosse & Michael Marder und Ash Bulayev & Piergiorgio Pepe

    Künstler*innen treffen in öffentlichen Gesprächen auf Expert*innen ihrer Wahl. Wen laden sie ein, um gemeinsam über das Festival der Zukunft nachzudenken? In einem unvorhersehbaren Aufeinandertreffen kommen die beiden zum ersten Mal öffentlich zusammen und suchen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven nach gemeinsamen Visionen.

    Claudia Bosse im Gespräch mit Michael Marder
    Ash Bulayev im Gespräch mit Piergiorgio Pepe

    Sprache Deutsch und Englisch

    Claudia Bosse ist die Leiterin von theatercombinat, einer Kompanie zur Produktion unabhängiger Performance- und Theaterkunst, deren raumspezifische Arbeiten in Zeiträumen von einer Woche bis zu vier Jahren in Städten wie Wien, Tunis, Kairo, Jakarta und New York entstehen und unterschiedliche Formen annehmen. Sie versteht ihre Choreografien als Kunst einer temporären Gemeinschaft, die Geschichte verhandeln und Utopien erforschen. Seit 2011 entstehen zudem installative Arbeiten in der Auseinandersetzung mit Archiven und Sammlungen.

    Michael Marder ist Research Professor der baskischen Stiftung für Wissenschaft IKERBASQUE am Institut für Philosophie der Universität Baskenland in Vitoria-Gasteiz. Seine Forschungsarbeiten umfassen die Gebiete Phänomenologie, Politische Philosophie und Ökologische Theorie. Er ist Autor zahlreicher Artikel und Bücher zum Thema Umweltphilosophie, wie Plant-Thinking. A Philosophy of Vegetal Life (2013) und The Philosopher’s Plant (2014).

    Ash Bulayev ist Kurator, Produzent und Künstler im Bereich Performance und zeitbasierter bildender Kunst. Er ist Direktor von Onassis AiR, einem Residency-Programm in Athen, das den künstlerischen Prozess hin zu einem weniger produktorientierten künstlerischen Ökosystem unterstützt. Seit 2015 ist er mit der Erforschung neuer Modelle künstlerischer Praxis beschäftigt, die zunehmend transnationaler und grenzenloser geworden ist.

    Piergiorgio Pepe ist Ethiker und Kunstsammler. Seit 2018 berät er Firmen und Institutionen zu ethischen Fragen und ist auch aktiv im akademischen Bereich (Sciences Po, INSEAD, Seton Hall), wo er zu Wirtschaftsethik und Ethik im Kunstsektor lehrt. Mit seinem Partner Iordanis Kerenidis betreibt er seit 2006 die Kerenidis Pepe Collection. Sie befasst sich mit Akquise, Ausstellungen und Forschungsarbeiten zur Sammlungsethik. Piergiorgio Pepe versteht das Sammeln von Kunst als öffentliche, reflektierende und sozial verantwortungsvolle Aufgabe.

  • 17.30 Uhr Archiv der Zukunft

    Tischgespräche mit den Expert*innen des Tages

    Die Expert*innen des Tages werden zu Gastgeber*innen kleiner Thinktanks in denen Fragen, Thesen und Forderungen im Austausch mit den Teilnehmer*innen diskutiert werden. Im Verlauf der Gespräche entsteht– als vorläufiges und fragiles Ergebnis des Labors – entlang des Tagesthemas ein kollektives (Ton-)Archiv, das Tag für Tag anwächst: Was wurde gesagt und gedacht? Was bleibt? Was wird morgen relevant sein? Was gibt´s zu tun?

    Sprache Deutsch und Englisch

  • ganztägig echo / ghost IV – Da ist nichts

    Audiowalk des Instituts für Sprachkunst / Universität für angewandte Kunst Wien

    Stell dir vor: Leerstellen im Archiv, Lücken im Raum. Abwesenheit wird zum städtischen Abbild (wir fallen hinein) einer ephemeren Erscheinung (ja?), zum Netz, das den Körper einspinnt (immer wieder) und durchdringt (oh), teilweise ausspuckt, ihn zum Archiv des Abwesenden selbst macht. FALLOW FELLOW FOLLOW. Der Körper wird gesehen (Welcher). Der Körper wird vergessen (Welcher). Der Körper wird bedroht (Welcher). Der Körper wird berührt (Welcher).

    Ausgehend vom Begriff des Archivs präsentieren junge Autor*innen vier Audiowalks. An jedem der vier Tage lädt ein anderes Sprachkunstwerk dazu ein, die altbekannte Umgebung mit neuen Augen zu sehen. Im Zentrum steht dabei die Frage nach Geschichtsschreibung als kreativem, lustvollem, auch gewaltsamem Akt und danach, wie ein Schreiben aussehen könnte, das die Hinterzimmer betritt und Bildrückseiten betrachtet, um die Spielkarten für die Zukunft neu zu mischen.

    Für den Audiowalk sind ein Smartphone und Kopfhörer erforderlich.

    Sprache Deutsch

    Von Valerie Prinz, Alicia Emil Huppenkothen, Leonie Lorena Wyss, Institut für Sprachkunst (Gerhild Steinbuch) / Universität für angewandte Kunst Wien Sounddesign Ronja Fröhlich Stimme Cosima Baum

    Valerie Prinz, Alicia Emil Huppenkothen und Leonie Lorena Wyss studieren am Institut für Sprachkunst in Wien. Da ist nichts ist ihre erste gemeinsame Arbeit, in der sie sich mit queerfeministischen Perspektiven auf das Erleben von Körperlichkeit im öffentlichen Raum auseinandersetzen. Tischtennis haben sie bis heute noch nicht zusammen gespielt, glauben aber, dass sie gut wären.

  • ganztägig Zwischen Festhalten und Fest feiern

    Installation vom Studiengang raum&designSTRATEGIEN / Kunstuniversität Linz

    Ein Teil des Festwochen Archivs befindet sich vor Ort zwischen den Besucher*innen. Anfassen erlaubt: Hände greifen hinein, ziehen heraus, öffnen, drehen, wenden, untersuchen – und perforieren. Die viertägige, interaktive Installation fragt nach den Löchern, Lücken und Zwischenräumen des Archivs. Was wird bewahrt? Was weggeworfen? Wie lässt sich ein Archiv performativ zum Leben erwecken? Werft Konfetti, der Augenblick schwingt sich in die Zukunft.

    Von und mit Studierenden und Dozierenden des Studiengangs raum&designSTRATEGIEN (Larissa Meyer, Ton Matton, Franziska Schink) / Kunstuniversität Linz

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