Nora Turato

© Roberto Apa

Biografie

Im Mittelpunkt von Nora Turatos künstlerischer praxis steht Sprache. In ihren Arbeiten übersetzt sie Information, die sie aus ihrem täglichen Konsum von Artikeln, Gesprächen, Untertiteln und Werbeslogans absorbiert, in sprachlich-visuelle Scripts für Videos, Installationen, Kunstbücher, Murals und Spoken-Word-Performances. Alles, was sie umgibt, findet einen Weg in ihr Werk. Auf diese Weise agiert sie demokatisch: Politische Aussagen vermengen sich in gleichem Maße mit Kardashian-Zitaten, wodurch subtile Synchronismen in ihren sozialen Beziehungen, Marketingstrategien, ihrem Konsumverhalten und ihrer eigenen Subjektivität sichtbar gemacht werden. Neben der plakativen Typografie, die ihren Stil charakterisiert, erscheint auch Turatos Handschrift als großflächige Überschreibung in ihren Arbeiten, die eine gefühlsorientierte Verbundenheit zum Notizbuch der Künstlerin oder den privaten Probenmomenten vor einer Performance suggerieren. Mehr noch, es verewigt eine Kommunikationsform, die in der Ubiquität diitaler Korrespondenz auszusterben droht. Turato kanalisiert die textuelle Hysterie, die aus unseren Smartphones dringt, um die Flüchtigkeit von aus dem Kontext gerissener Sprache zu verdeutlichen. Ihre Arbeit wendet sich an ein Zeitalter, in dem Sprache von ihrer informativen Funktion gespalten ist und die Bedeutung von Worten abstrahiert wird.

logo
logo
Drücken Sie die Eingabetaste, um zu suchen, oder ESC, um zu schließen
Die Wiener Festwochen danken ihren Hauptsponsoren