Anmeldung
adO/Aptive reading group

Zur Teilnahme sind keine Vorkenntnisse notwendig. Vorhergehendes Lesen der Texte ist nicht erforderlich, wir werden im Rahmen der Sessions alle Texte gemeinsam lesen und diskutieren. Die Texte und eingelegte Delikatessen stehen vor Ort für alle Teilnehmer:innen bereit.

Arbeitssprache Englisch
Eintritt frei

Begrenzte Teilnehmer:innenzahl, Anmeldung erforderlich! (Über das Formular am Ende dieser Seite). Die Anmeldung schließt am Vortag des jeweiligen Termins um 18 Uhr. Fragen zu Inhalt, Literatur oder Organisation gerne direkt an adoaptive@protonmail.com

21. Mai, 16.30 – 20 Uhr
ferment

Die erste Session der adO/Aptive reading group in der Pickle Bar wird sich mit zwei Texten befassen, die kulturelle Narrative umwandeln, um sie auf neue Art zu nutzen.
Die Hungarofuturistische Bewegung ist ein junges Beispiel einer radikalen Neuinterpretation historisierter kultureller Fakten. Sie unterwirft die magyarische Identität einer entlarvenden Fermentation und schreibt sie dadurch neu in einer Zeit, in der die Identitätspolitik von einer gewissen politischen Partei vereinnahmt wurde.
Sadie Plant wiederum schreibt Fragmente der Technologiegeschichte unter feministischen Gesichtspunkten neu und legt so mit ihrem Buch Zeros and Ones den Grundstein für technofeministische Bewegungen.

Literatur:
Zsolt Miklosvölgyi & Mario Z. Nemes: Hungarofuturist Manifesto (2017)
Sadie Plant: Zeroes and Ones (1997)

28. Mai, 16.30 – 20 Uhr
fear

Angst ist zunehmend präsent: Angst vor der persönlichen Zukunft, vor der Zukunft von Gesellschaften, politischen Systemen und vor allem der Erde als Lebensraum.
In ihrem Buch Gore Capitalism gibt Margarita Valencia (auch bekannt als Sayak Valencia) eine detaillierte Analyse der inhärent gewalttätigen Nuancen, die durch die marktorientierte Gesellschaft hervorgebracht werden.
Um die Angst aus einer eher systemischen Perspektive zu betrachten, wenden wir uns The Cybernetic Hypothesis zu – einem Buch, in dem Tiqqun (ein französisches linkes Kollektiv) die Koproduktion von kybernetischen Theorien und den politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Sphären des Überwachungskapitalismus nachzeichnet.

Literatur:
Sayak Valencia: Gore Capitalism (2010)
Tiqqun: The Cybernetic Hypothesis (2001)

4. Juni, 16.30 – 20 Uhr
in terra

Viele Ideen gehen irgendwo zwischen Abstraktion und Verwirklichung verloren. Diejenigen, die nicht verloren gehen, haben einen materiellen Träger gefunden: Wir sind intrinsisch mit unserer Umwelt verbunden. Man denke an Gaia, objektorientierte Ontologie oder die Kybernetik.
Astrid Deuber-Mankowsky zeigt dennoch, wie eine zu starke Konzentration auf die materiellen Aspekte des Seins uns von den politischen Aspekten sozialen Zusammenlebens entfremden kann. In ihrem Text Queer Ecologies zeichnet sie den Weg Donna Haraways nach, um uns an den Kern ihrer theoretischen Arbeit zu erinnern: die Situiertheit von Akteur:innen und die Verantwortung ihrer Antworten.
Mit Auszügen aus Thomas Moynihans Buch Spinal Catastrophism wollen wir die Diskussion erweitern, indem wir die spezifischen Bestimmungen eines menschlichen Weltbildes in den Blick nehmen. Was kann uns die anthropomorphe Beschaffenheit unseres Nervensystems über die Möglichkeiten der Adaption an unsere Umwelt und die Adoption von passenden Handlungsweisen sagen?

Literatur:
Astrid Deuber-Mankowsky: Queer Ecologies – Against the Ontologizing of Queerness, for the Development of Queer Collectives (2020)
Thomas Moynihan: Spinal Catastrophism (2019)

11. Juni, 16.30 – 20 Uhr
or (...)

Die letzte Ausgabe der adO/Aptive reading group in der Pickle Bar mit dem Titel or (...) soll nicht den Kreis schließen, sondern ihn öffnen für das „Was jetzt?“. Wie können wir die Angst in Terra fermentieren? Wie können wir politische, soziale und kulturelle Ideen ausagieren?
Wir wollen gemeinsam nach einer Perspektive suchen – in einer Zeit, die sich manchmal wie das Ende der Welt, so wie wir sie kennen, anfühlt –, nach einem besseren Zusammenleben.
Mit Heinz von Foersters Buch Understanding Understanding wenden wir uns noch einmal den sensorischen Voraussetzungen menschlicher Erfahrung zu – diesmal durch die Lupe der Kybernetik zweiter Ordnung. Aus dieser Sicht folgt der systemische Determinismus moralischen Voraussetzungen. Und für Moral schlägt Heinz von Foerster einen ethischen Imperativ vor.
Weil uns Rekursivität am Herzen liegt, kehren wir außerdem noch einmal zu Sadie Plants Zeros and Ones zurück und wenden unsere eigene A/O-Formel darauf an.

Literatur:
Heinz von Foerster: Understanding Understanding (2002)
Sadie Plant: Zeros and ones : digital women + the new technoculture (1997)

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