Day 8

Ein Ausschnitt aus Histoire(s) du Théâtre II

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Kunst ist nicht nur Kunst, sondern immer auch Macht. Oder Ohnmacht. Das Stück Histoire(s) du Théâtre II des kongolesischen Choreografen Faustin Linyekula kann nicht nur 2020 wegen Corona nicht bei den Wiener Festwochen gezeigt werden. Es konnte bereits 2019 nicht stattfinden, weil den kongolesischen Künstler*innen damals die Visa verweigert wurden. Aufführungsgeschichte und Inhalt der Produktion korrelieren. Untersucht doch die am NTGent initiierte Serie Histoire(s) du Théâtre Produktionsbedingungen, Bildpolitiken und utopische Momente der Kunstform Theater. Im zweiten Teil der Serie widmet sich der international gefeierte Linyekula dem 1974 von Diktator Mobutu Sese Seko gegründete Nationalballett von Zaire (der heutigen Demokratischen Republik Kongo). Auf der Bühne drei Mitglieder des Ensembles, die seit der Gründung und bis heute im Ballett sind und ihre Geschichte in dieser Institution tanzend und erzählend befragen. Daneben zwei jüngere Schauspieler, ein Belgier und ein Kongolese, die die historischen Tanz- und Kampfszenen von 1974 „reenacten“ und ihre eigenen, persönlichen Geschichten dazu in Beziehung setzen. Gemeinsam reflektieren sie koloniale Schuld und Verantwortung ebenso wie die (De)Konstruktion nationaler Identitäten und Mythen.

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