Day 15

And if I devoted my life to one of its feathers? – Das Gedicht zur Ausstellung

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And if I devoted my life to one of its feathers? lautet der Titel der großen, gemeinsamen Ausstellung der Wiener Festwochen und der Kunsthalle Wien, deren Eröffnung wir heute feiern wollten. Auch wenn die von Miguel A. López kuratierte Gruppenausstellung mit Arbeiten von über 35 Künstler*innen aus aller Welt in vollem Umfang erst 2021 gezeigt werden kann, lädt ab 1. Juni ein Prolog im öffentlichen Raum dazu ein, einige der Stimmen und Themen im Stadtraum Wiens zu entdecken.

Der Titel zitiert die chilenische Dichterin und Aktivistin Cecilia Vicuña, die in ihrem Gedicht Precarious auffordert, ästhetische und geistige Bande zwischen Mensch und Natur zu knüpfen. Eine poetische Frage bildet den Einstieg in die Ausstellung und ihren Prolog. Beide widmen sich künstlerischen Praxen, die jener Zerstörungskraft entgegentreten, mit der überkommene koloniale Strukturen im Verbund mit dem Patriarchat und einem ausbeuterischem Kapitalismus noch immer Leiden und Umweltzerstörungen im globalen Maßstab verursachen.

"Precarious" von Cecilia Vicuña

And if I devoted my life
to one of its feathers
to living its nature
being it understand it
until the end?

Reaching a time
in which my acts
are the thousands
tiny ribs
of the feather
and my silence
the humming the whispering
of wind in the feather
and my thoughts
quick
sharp precise
as the non-thoughts
of the feather?

(1971, translated by Eliot Weinberg)


"Precarious" verfasst und eingesprochen von Cecilia Vicuña

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