Etwas Positives

Caroline Peters über Die Maschine steht nicht still

Die letzten zwei Jahre waren für Theaterkünstler:innen extrem unangenehm. Unser Gegenüber, unser Publikum war weg. Ich kam mir immer vor wie ein unheimlich schnelles Auto auf der Autobahn: Ich fahre 280 km/h, ich kann alles, ich bin total fähig. Alles funktioniert, ich bin auf der Überholspur. Dann macht es so puff und es ist einfach alles weg. Es gibt aber keinen Unfall, da tut einfach nichts weh an den Knochen. Es ist alles noch da. Es ist so, wie es sein soll. Aber es ist trotzdem alles weg. Was wir als Schauspieler:innen eigentlich tun, ist mit dem Publikum zu kommunizieren und das war magisch verschwunden. Diese Erfahrung als Schauspielerin verarbeite ich in Die Maschine steht nicht still.

Ich möchte gerne als Schauspielerin auftreten und nicht als Autorin und Regisseurin. Ich möchte als Schauspielerin meine Erfahrungen mit Literatur verbinden und davon erzählen. Ich möchte etwas aus dieser Erfahrung ziehen. Ich habe überhaupt keine Lust mehr, die ganze Zeit darüber nachzudenken, was ich verloren habe und wo der Schaden sein könnte. Ich möchte aus den digitalen Erlebnissen, die mir vorher unzugänglich waren, weil ich so unglaublich analog lebe, etwas Positives ziehen. Ich muss in meinem Beruf sonst den Laptop nicht für die Arbeit aufklappen, sondern ich mache es, wenn ich es will. Und so habe ich im Lockdown eben viele Dinge gemacht, die ich sonst nicht gemacht hätte und darüber andere Künstler:innen kennengelernt, mich mit ihnen ausgetauscht und arbeite nun mit ihnen live zusammen.

Die Geschichte von E.M. Forster von 1909 handelt von Menschen, die unter der Erde in Höhlen leben und nur über Screens miteinander kommunizieren. Sie sind physisch vollkommen isoliert, weil die Erdoberfläche nicht bewohnbar ist. Diese Geschichte, die sehr nach unserer Lockdown-Realität klingt, verwandeln wir nun neu in Science-Fiction. Wir versammeln Menschen und Maschinen gemeinsam in einem physischen Raum und erfinden zusammen eine Geschichte. Ich glaube wirklich daran: wenn mehrere Menschen im physischen Raum gleichzeitig zusammen denken, was man eben nur tut, wenn man gemeinsam irgendwo zuhört und zuguckt, macht diese Erfahrung intelligenter.

Caroline Peters, Ledwald
DIE MASCHINE STEHT NICHT STILL
Theater
Termine 2. / 3. / 4. / 6. / 7. / 8. / 10. / 11. / 12. / 13. Juni

© Rafaela Proell Caroline Peters
Caroline
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