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Die Lebenden rufe ich, die Toten beklage ich, die Blitze breche ich.  – Installation
Installation

Die Lebenden rufe ich, die Toten beklage ich, die Blitze breche ich.

Installation (Glocke, Gerüst)

Otis Vogl-Fernheim

15. Mai
21. Juni
Mittwoch bis Sonntag

Seit dem frühen Mittelalter glaubte man im Alpenraum: So weit der Schall der Glocke reicht, wird der Blitz nicht einschlagen. Adel und Klerus verboten die Praxis, doch die abergläubischen Bäuer:innen zwangen ihre Priester zu läuten.

Die Glocke begleitet uns seit Jahrtausenden – in nahezu allen Kulturen läutet sie bei Geburt, Tod und Fest. Im deutschsprachigen Raum wurde dieser Klang zum akustischen (Beinahe-) Monopol einer Institution, verankert in Österreich in einer Rechtsordnung, die dies seit dem Austrofaschismus kaum antastet.

Dieses Läuten der Glocke wird nun aus ihrem prägnanten Aspekt kirchlicher Präsenz herausgelöst und in eine neue unabhängige Struktur überführt. Damit wird dieses religiöse Symbol neu kontextualisiert und zugleich der Diskurs zu überholten Machtmonopolen angestoßen, um zu einer schrittweisen Re-Demokratisierung des öffentlichen Raums beizutragen.

Mittwochs ab 16 Uhr schlägt die Glocke, kündigt an, ruft zusammen und okkupiert den Raum.


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