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Wiener Festwochen | Freie Republik Wien-Sujet 2026: Indigene Person mit offenen Haaren, roter Gesichtsbemalung über der oberen Gesichtshälfte, orangenem Sportshirt, einer langen Kette aus Metallgliedern und einer kurzen aus Holzteilen sowie einem Kreuz in den Händen.
Wiener Festwochen | Freie Republik Wien-Sujet 2026: Indigene Person mit offenen Haaren, roter Gesichtsbemalung über der oberen Gesichtshälfte, orangenem Sportshirt, einer langen Kette aus Metallgliedern und einer kurzen aus Holzteilen sowie einem Kreuz in den Händen.
29.—31. Mai +++ Theater, das nicht realer sein könnte. +++ Jetzt Tickets sichern! +++ 29.—31. Mai +++ Theater, das nicht realer sein könnte. +++ Jetzt Tickets sichern! +++ 29.—31. Mai +++ Theater, das nicht realer sein könnte. +++ Jetzt Tickets sichern! +++
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Das Glaubens­tribunal


Nach den Wiener Prozessen und den Wiener Kongressen bei den letzten Festivalausgaben folgt nun Das Glaubenstribunal. Auch diesmal stellt das theatrale Dokumentationsformat wie­der ein gesellschaftspolitisches Thema zur Debatte: die Rolle von Religionen, Göttern, Göttinnen und Kultobjekten im globalen Kapitalismus. Zahllose re­ligiöse Symbole finden sich in der Pop­kultur wieder, rechtsnationale Politkam­pagnen („Euer Wille geschehe“), amerikanische Tech­-Giganten und Diktatoren in Osteuropa wandeln Glaubenssätze für den eigenen Profit um. Was die Menschen mit sich selbst versöhnen, dem Leben Würde geben sollte, wird gemäß Marx in die „eiskalten Wasser“ des Kapitals (und der Macht) getaucht, kapitalisiert, gestohlen, appro­priiert, für kriegerische Propaganda und Wertschöpfung missbraucht.

Eine Jury aus Kulturwissenschaftler:in­nen, religiösen Würdenträger:innen und gläubigen Menschen befragt in drei Fällen selbsternannte Gotteskrieger:in­nen und Kunstgött:innen, Museumsku­rator:innen und Politiker:innen nach deren (profanisierenden) Praktiken. Dabei steht, wie bei den vorherigen Formaten, der Akt der öffentlichen freien Rede und des kollektiven Zuhö­rens im Zentrum – Theater, das realer nicht sein könnte!

Mein Haus ist ein Haus des Gebets! Aber ihr habt daraus eine Räuberhöhle gemacht!
Lukas 19,46

Die Republic of Gods macht sich – durchaus selbstkritisch – zur Anwältin der globalen Glaubensgemeinschaften: Was haben christliche Symbole wie Kreuze und Weihrauch, indigene Prak­tiken wie Schamanismus und spirituel­le Praktiken wie Dreadlocks in der Popkultur und auf dem Kunstmarkt zu suchen? Wo endet zulässige Aneignung, wo beginnt die übergriffige, neokolo­niale Appropriation durch eine letztlich kapitalistische Kunst­ und Kommerz­religion? Warum sind einst religiöse Gegenstände wie ägyptische Mumien, Benin­Bronzen oder aztekische Feder­kronen in europäischen Museen zu finden? Was geschieht mit unseren Göttern und Göttinnen, wenn sich Putin, Trump und radikalislamistische Regime zur Legitimierung der eigenen Machtausübung Worte der Bibel und des Korans aneignen?

Im Rahmen von drei Fällen – einem Fall der künstlerischen, einem der institu­tionellen und einem der politischen Appropriation, um nicht zu sagen: des Missbrauchs religiöser Praktiken, Sym­bole und Denksysteme – gerät nicht zuletzt die Republic of Gods selbst in den Fokus der Kritik.

Wie läuft das Tribunal ab

Am Freitag geht es um 19 Uhr los. Den Auftakt machen pointierte Eröffnungsreden und eine Einführung in den Themenkomplex sowie die Präsentation der Untersuchung durch den verhandlungsführenden Juristen. Samstag und Sonntag werden reale Akteur:innen, Protagonist:innen und Expert:innen durch eine hochkarätige, internationale Jury befragt. Das dokumentarische Theaterformat wirft erneut eine gesellschaftspolitische Frage zur Debatte auf: die Rolle von Religionen, Göttern, Göttinnen und Kultgegenständen im globalen Kapitalismus.

Wiener Festwochen | Freie Republik Wien-Sujet 2026: Indigene Person mit offenen Haaren, roter Gesichtsbemalung über der oberen Gesichtshälfte, orangenem Sportshirt, einer langen Kette aus Metallgliedern und einer kurzen aus Holzteilen sowie einem Kreuz in den Händen. © soju.studio / SIRENE Studio

Das Glaubens-
tribunal

29.–31. Mai 2026

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