Theatermanifeste verbinden auf besondere Weise die Kritik an bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen mit einem tiefgreifenden Veränderungsanspruch. Sie stellen eine eigenständige literarische und performative Form dar, die spätestens seit dem frühen 20. Jahrhundert unser Verständnis von Theater geprägt und das Selbstverständnis von Theatern neu definiert hat. Über ihren Inhalt hinaus erkunden Theatermanifeste die Grenzen des Möglichen und Notwendigen – sowohl durch ihre Ausdrucksformen als auch durch die theatralen Formen, die sie einfordern.
In einem Gespräch zwischen Milo Rau, dem Theaterwissenschaftler und Kulturforscher Freddie Rokem, dem Autor eines Beitrags Marcos Davi Silva Steuernagel und den Herausgeber:innen der internationalen, mehrsprachigen Zeitschrift ephemer – Journal for Performance and Theater Research werden die Potenziale und Grenzen sowie die Wirkungen und Auswirkungen von Theatermanifesten ausgelotet.
Herausgeber:innen Lily Climenhaga, Silke Felber, David Krych, Noah Lena Vercauteren