Aktuelle Meldung

Liebes Publikum, liebe Partner*innen und Freund*innen der Wiener Festwochen

aufgrund der aktuell ergangenen Verlängerung des Veranstaltungsverbots bis Ende Juni wird das Festival, das wir realisieren wollten, nicht stattfinden.

Ungeachtet der Absage der Veranstaltungen im Mai/Juni arbeiten wir weiterhin intensiv an alternativen Optionen und prüfen derzeit genau, welche künstlerischen Projekte noch dieses Jahr gezeigt werden können. Wir wünschen uns sehr, dass zumindest Teile des Festivals das kulturelle Programm der Stadt noch 2020 bereichern werden. Wir halten Sie diesbezüglich selbstverständlich auf dem Laufenden und werden sobald wie möglich Details dazu veröffentlichen.

Alle von der Absage betroffenen Ticketkäufer*innen werden von uns im Lauf dieser Woche kontaktiert und über das weitere Prozedere zur Erstattung der Kartenpreise bzw. Stornierung von Reservierungen informiert.

Zum Schutz Ihrer Gesundheit (und der unserer Mitarbeiter*innen) bleibt die Tageskasse in der Lehárgasse 3a bis auf Weiteres geschlossen. Bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail unter festwochen@festwochen.at

Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen, bitte bleiben Sie gesund!

© Kaupo Kikkas

Statement von Christophe Slagmuylder, Intendant:

„Vor ein paar Wochen, am 27. Februar, gaben die Wiener Festwochen unter dem Motto Last Time, This Time, Next Time ihr Programm für 2020 bekannt. Auf der ersten Seite unseres Programmbuchs steht eine Frage, ein Zitat Bertolt Brechts: „In den finsteren Zeiten / Wird da auch gesungen werden?“ Die Plakatkampagne zur Sichtbarmachung des Festivals in der Stadt zeigt das Bild eines verlassenen Kinos, leere Sitze inmitten einer ausgestorbenen Landschaft, in der keine Menschen mehr zu sehen sind.

In der Vielfalt der für das Festival konzipierten künstlerischen Projekte finden sich viele, die die dringende Notwendigkeit einer Transformation unserer Lebensweise in den Fokus stellen: Damit Zukunft möglich ist, braucht es Veränderung.

Heute müssen wir akzeptieren, dass jenes Festival, das wir realisieren wollten, nicht stattfinden wird, zumindest nicht in seiner ursprünglich konzipierten Form.

Aus gesundheitlichen Gründen ist der Zugang zum öffentlichen Raum extrem eingeschränkt, die Bevölkerung ist aufgerufen, sich zu isolieren und überall auf der Welt werden Grenzen hochgefahren. Theater und Opernhäuser, Konzerthäuser und Museen sind geschlossen. Die Menschen dürfen nicht mehr reisen. Jegliche Form des öffentlichen Lebens ist ausgesetzt. Da wir nicht wissen, wann wir zur Normalität zurückkehren werden, sehr wohl aber, dass diese Normalität nicht mehr die sein wird, die wir vor ein paar Wochen gekannt haben, bleibt uns keine andere Wahl als das Festival, das wir realisieren wollten, in Frage zu stellen und neu zu erfinden.

Werke zu beauftragen und zur Uraufführung zu bringen, steht im Zentrum der Wiener Festwochen 2020 (am heutigen Tag, an dem dieses Statement geschrieben wird, steht von 21 der 28, vom Festival koproduzierten künstlerischen Arbeiten, die Premiere noch aus). Derzeit können diese Stücke nicht geprobt werden und es ist unmöglich, all die Vorarbeit zu leisten, die dafür notwendig ist, damit sie im Mai/Juni 2020 stattfinden können. Wir sind ein internationales Festival, doch die meisten in unser Programm involvierten Künstler*innen können in den kommenden Wochen oder Monaten womöglich nicht reisen.

Ausgangssperren sollten uns jenseits des Zelebrierens beschaulicher Häuslichkeit daran erinnern, dass die Welt nicht an unseren Hausmauern endet. Das sollte uns die Bedeutung von sozialer Interaktion und internationalen Verbindungen bewusst machen, nicht nur als virtuelles Erlebnis, und hervorheben, wie bereichernd es ist, verschiedene Sprachen sowie Geschichten aus anderen Teilen der Welt zu hören. Social Distancing sollte uns die essenzielle Notwendigkeit von Orten, die der Kunst gewidmet sind, in Erinnerung rufen. Festivals, Theater, Opernhäuser und Kinosäle sind soziale Räume, die Leute zusammenbringen und das Aufeinandertreffen von Menschen sowie das Zirkulieren von Ideen ermöglichen.

Bis heute wurde bereits viel Arbeit in die Vorbereitung der diesjährigen Festivalausgabe gesteckt. Zahlreiche Künstler*innen, Technikteams und viele andere Teammitarbeiter*innen sollten gemeinsam ein breites und diverses Programm in der ganzen Stadt umsetzen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei ihnen allen bedanken. Die Wiener Festwochen 2020 werden ein Festival bleiben, das man sich vorstellen kann, aber keines, das erlebbar sein wird. Ihr Programm wurde als Ganzes konzipiert, als Gesamtpartitur, die in dieser Form leider nicht stattfinden kann. Daher überlegen wir uns Möglichkeiten, mit dem Publikum kleinere oder größere „Gesten“ zu teilen, Auszüge aus der Partitur, die für die aktuelle Situation von spezieller Relevanz sein könnten. Aber das liegt nicht allein in unserer Hand.

Auf die Lockerung des Social Distancing sollte eine breite Bewegung der Solidarität mit unseren Kolleg*innen, Partner*innen und Künstler*innen folgen, damit die Nachhaltigkeit unseres Tuns sichergestellt ist.“

logo
logo
Drücken Sie die Eingabetaste, um zu suchen, oder ESC, um zu schließen
Die Wiener Festwochen danken ihren Partnern