12. Mai —
18. Juni 2017

Nathi.Aha.Sasa. / Us.Here.Now.

Lois Selasie Arde-Acquah, Kathleen Bomani, Lebohang Kganye, Sheila Nakitende, MahlOt S A N S O S A, Steloolive, Nelisiwe Xaba, Helen Zeru

curated by Zohra Opoku

© Lebohang Kganye
© Dobbertin, Walther 1914/1918
© Helen Zeru Araya
© Lois Selasie Arde-Acquah(c)ASM@fondjoyimage
© mahlOt Sansosa
© Mocke J van Veuren and Nelisiwe Xaba
© Sheila Nakitende
© Steloo

Anlässlich der performativen Gruppenausstellung Nathi.Aha.Sasa. / Us.Here.Now. hat die Künstlerin Zohra Opoku aufstrebende und, bis auf eine Ausnahme, weibliche künstlerische Positionen aus verschiedenen Ländern des afrikanischen Kontinents eingeladen. Vor Innovationskraft strotzend ist Nathi.Aha.Sasa. eine Hommage an die reichhaltige, zeitgenössische Kunstszene Afrikas und verwandelt einen Teil des Performeums in ein interdisziplinäres und inspirierendes Setting zwischen Fotografie, Video, Skulptur, Live Art, Performance und Musik.

Statement der Kuratorin:

Nathi.Aha.Sasa / Us.Here.Now. ist eine Weiterführung meines Dialogs mit Künstler*innen mit afrikanischen Wurzeln. Als Teil meiner künstlerischen Tätigkeit nehme ich nun für den Augenblick die Position einer Kuratorin ein, um meine Inspirationen teilen zu können. Für mich war es immer wesentlich, in wichtige Sichtweisen und in die Energie meiner Künstlerkolleg*innen zu investieren, um auch selbst als Künstlerin anknüpfen und wachsen zu können. Was mich und die eingeladenen Künstler*innen bewegt, sind die tiefgründigen Fragen zur Untersuchung von soziopolitischer Identität, das Verarbeiten von Erinnerung und Zugehörigkeit, die Auffassung von weiblichem Empowerment und Positionen innerhalb und um Afrikanische (diasporische) Gesellschaft.
Das Schaffen dieser sieben Künstlerinnen und eines Künstlers meiner Generation zu verfolgen, fühlte sich für mich so vertraut und doch so verschieden von dem an, was ich selbst in meiner künstlerischen Arbeit verarbeiten, performen und ausdrücken könnte. Darin liegt meine Bewunderung. Mein zentraler Punkt ist es, einen genauen Blick auf die für sie bezeichnende künstlerische Praxis zu werfen und ihre Recherchen und Arbeitsmethoden zu untersuchen.
Die Gemeinsamkeit der Künstler*innen ist in diesem Fall (here) eine performative Installation, die mich in dieser Kombination von Inszenierung und Interaktion im Kunstraum fesselte. Besonders in einer Festival-Umgebung kann dies ein Wir-Gefühl (we) mit dem Publikum, so nah wie es in diesem Moment (now) möglich ist, erreichen. Das ist etwas, das ich selbst bei Museums- oder Galerienbesuchen öfter erleben möchte.

Die acht Präsentationen zu Nathi.Aha.Sasa sind: Gedanken von Lebohang Kganye zur Familienüberlieferung durch geografische Zuordnung von Fotoalben; Nelisiwe Xabas philosophischer Reminder an die im Konzept des „Helfens“ verborgenen Machtspiele und deren Konsequenzen; die Komplexität von Selbsturheberschaft in einem queeren brasilianisch-afrikanischen Körper mit katholisch-muslimischer Abstammung von MahlOt S A N S O S A; das Gedenken an das koloniale Trauma und den Ersten Weltkrieg in Arbeitsliedern aus Tansania von Kathleen Bomani; Lois Selasie Arde-Acquahs Idee von Wiederholung in manueller Arbeit in Bezug auf das modern Sklavensystem; Sheila Nakitendes Philosophie, Brücken zu schlagen durch die Integration von Kunst in der Community; Experimente in Selbstbewusstseins-Ritualen, die sich auf die Praktiken von Priester*innen beziehen von Helen Zeru; und Steloolives Glaube an die Selbstliebe und Sexualität, symbolisiert durch ein Brautgewand für Braut und Bräutigam.


Der Name der Show und des performativen Panels stammt von der kämpferischen Seele
MahlOt S A N S O S A, die das Panel auch moderieren wird. Zweifelsohne wird sie einen kontroversiellen und ehrlichen Dialog herstellen, bei dem wir den vielfältigen Terrains von Frauen of Colour begegnen werden, die in ihren „Her-Stories“ so poetisch ausgedrückt und nachempfunden werden. Nachempfunden in einer gewählten Ästhetik, die sich wie zu Hause anfühlt. Ein Zuhause, wo unsere Arbeit Sinn ergibt und wo das here in Wien wo lokal zum Globalen wird, und auf die Verhandlungen der Wir-Erfahrung (us), innerhalb unserer natürlichen, traditionellen und konstruierten zeitgenössischen Lebenskonzepte hindeutet.

Performatives Programm: 

8. Juni, ab 19 Uhr
featuring Steloolive (unplugged), Lois Selasie Arde-Acquah (Performance-Installation), Helen Zeru (Performance), Kathleen Bomani

9. Juni, ab 19 Uhr
featuring Lois Selasie Arde-Acquah (Performance-Installation), Sheila Nakitende (Performance), MahlOt S A N S O S A (Performance), Steloolive (Dj Set + Party)

10. Juni 19 Uhr 
Nathi.Aha.Sasa. / Us.Here.Now.

– performatives Panel konzipiert und moderiert von MahlOt S A N S O S A
mit Lois Selasie Arde-Acquah, Kathleen Bomani, Lebohang Kganye, Sheila Nakitende, Nelisiwe Xaba und Helen Zeru 

Mit Performances von Helen Zeru (Panel Intro) und Nelisiwe Xaba (Panel Outro)

"In anti-assimilativen Gedanken thematisiert Nathi.Aha.Sasa die emotionale und soziopolitische Bedeutung unserer bewussten Loyalität und Vernetzung mit unseren Muttersprachen und den uns bemutternden Ländern, inmitten der drastisch ansteigenden Globalisierung. Die Diskussion würdigt das miteinander verwobene Erzählgut innerhalb unserer künstlerischen Tätigkeiten und gibt Zeugnis ab vom Willen unserer Generation zu sozialem Wandel. In unserer Arbeit in einem breiten Spektrum künstlerischer Medien wie Performance, Fotografie, Video, Installationen, Klang, Skulptur und Wahrheit, tragen wir stolz das heilige Erbe und die kulturellen Traditionen aus Ghana, Südafrika, Tanzania, Äthiopien, Uganda und der Diaspora über Brasilien weiter. Die anwesenden Frauen repäsentieren die Abweichungen in unseren Gemeinschaften, ob auf dem Kontinent oder in der Diaspora, die Zweischneidigkeit von Geschichten und der Zukunft, den Theorien und den Gegebenheiten, die Visionen von Hoffnung und den Pluralismus des Jetzt." 
MahlOt S A N S O S A

11. Juni, ab 19 Uhr
featuring Lois Selasie Arde-Acquah (Performance-Installation), Sheila Nakitende (Performance), Nelisiwe Xaba (Lecture-Performance), Steloolive (unplugged)