11. Mai —
17. Juni 2018

Lady Eats Apple

Back to Back Theatre

© Jeff Busby
© Krafft Angerer
© Krafft Angerer
© Krafft Angerer
© Krafft Angerer
Ein ängstlicher Gott erschafft das Universum, um angebetet zu werden. An einem der unmöglichsten Orte entsteht eine unbehagliche Romanze zwischen einem neuen Adam und einer neuen Eva. Im schwarzen Halbdunkel unter einem gewaltigen Himmelszelt versammeln sich die Zuseher*innen und werden, mit Kopfhörern ausgestattet, Augen- und Ohrenzeug*innen der Erschaffung der Welt. Die Stimme Gottes verkündet das Verbot vom Baum der Erkenntnis zu essen – "Denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben" –, was Adam völlig verwirrt. Während er wissen will, was denn diese komplexe Angelegenheit bedeutet, hat Eva schon in einen Apfel gebissen. Die Vertreibung aus dem Paradies und somit der Beginn von Kultur und Zivilisation ist für das Back to Back Theatre ein Aufbruch in eine große, unbekannte Welt. Sein Anliegen ist es nicht, Anfang und Ende zu erklären, sondern die Angst, die dazwischen sitzt, spürbar zu machen.

Das Back to Back Theatre aus dem australischen Geelong arbeitet mit Performer*innen, die als “Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung” angesehen werden. In ihren Arbeiten stellen sie Normen in Frage und gewähren einen anderen Blick auf unsere Welt. In Lady Eats Apple erschaffen sie ein Welttheater in drei Teilen. Drei Mal bricht das grandiose Himmelszelt über uns zusammen, um sich spektakulär wieder neu aufzurichten. Adam und Eva werden uns verlassen, Gott wird uns verlassen, nur der Tod verlässt uns nicht. Die Endlichkeit unserer Existenz führt uns vor Augen, dass es eine Anmaßung unserer Kultur ist, wenn wir meinen mehr wert zu sein als ein Tier oder eine Pflanze. Die Grenzen zwischen großer epischer Erzählung und alltäglichem Leben verschwimmen in einem kosmischen Walzer.