12. Mai —
18. Juni 2017

Ishvara

Tianzhuo Chen

© Zhang Yan
© Zhang Yan
© Zhang Yan
Dass eine Vorliebe für Buddha und South Park keine unüberbrückbare Differenz ist, beweist der junge Künstler Tianzhuo Chen, Querulant der chinesischen Kunstszene. Die Eröffnungsproduktion der Wiener Festwochen 2017 ist ein Statement zu globaler Popkultur und eine Liebeserklärung an avantgardistische Subkulturen aus aller Welt. Mit seinen szenischen Bildkompositionen schafft er Stimulationsräume, die durch gezielte Überforderung einen hypnotischen Zustand erzeugen. Es entsteht ein visueller und akustischer Sog, der in seiner Assoziationsmächtigkeit und seinem Bombast als Neudefinition des Genres „Oper“ verstanden werden kann.
Das zeitgenössische Opern-Happening Ishvara ist vom hinduistischen Epos Bhagavad Gītā inspiriert. In der Live-Performance wird die totale gegenseitige Durchdringung von Musik- und Tanzstilen, Körpern und Bildern angestrebt, um so die Bühnencharaktere in individuelle Versionen von Göttlichkeit zu pushen. Dabei wissen diese die große Bühne für ihre karnevaleske Rivalität zu nutzen. Realität verwandelt sich in Fantasie – oder in den nächsten Drogenrausch. Mit großer Präzision untersucht und befragt der Künstler Geschichte und Religion, um – ausgehend von seiner persönlichen Perspektive – unsere menschliche Existenz und spirituelle Ausbeutung in der modernen Welt zu erfassen.

Geboren 1985 in Beijing und ausgebildet am Central Saint Martins College in London ist Chen einer der vielversprechendsten jungen Künstler Chinas. 2015 hatte er eine Einzelausstellung im renommierten Palais de Tokyo, Paris. Seine Arbeiten sind ebenso im Berghain in Berlin, auf den Fashion Weeks in London und Shanghai sowie in internationalen Galerien zu sehen. Auf Einladung des steirischen herbst wird Tianzhou Chen die Uraufführung einer neuen Auftragsarbeit 2017 in Graz präsentieren.

Produktionen, die Sie auch interessieren könnten:

Daniel Lie
Death Center for the Living 

Performeum

Saint Genet
Promised Ends: The Slow Arrow of Sorrow and Madness

Macaquinhos

Performeum

Les Robots ne connaissent pas le Blues oder Die Entführung aus dem Serail