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Giuseppe Verdi / Omer Meir Wellber / Luc Bondy
Rigoletto

Melodram in drei Akten / Wien, New York, Mailand / NEUINSZENIERUNG

Musik
Giuseppe Verdi (1813-1901)
Libretto Francesco Maria Piave nach Victor Hugo

Rigoletto bildet den Auftakt einer Verdi-Trilogie der Wiener Festwochen zur Feier des 200. Geburtstags des bedeutenden Komponisten im Jahr 2013. Der Zyklus wird in den nächsten zwei Jahren mit La Traviata und Il Trovatore fortgesetzt. Luc Bondy führt Regie in Verdis seltsam düsterem Musikdrama, das Dirigat übernimmt der junge israelische Künstler Omer Meir Wellber. Mehr

Mit Rigoletto beginnen die Wiener Festwochen 2011 ihre Verdi-Trilogie, gefolgt von La Traviata 2012 und Il Trovatore im Verdi-Jahr 2013 zum zweihundertsten Geburtstag des großen Komponisten.

Die musikalische Leitung der drei Opern bei den Wiener Festwochen hat der junge israelische Dirigent Omer Meir Wellber übernommen. Rigoletto wird inszeniert von Festwochen-Intendant Luc Bondy.

Rigoletto dient nicht wie andere Hofnarren seinem Fürsten. Er benutzt nicht wie sie seine Narrenfreiheit dazu, freche Wahrheiten auszusprechen. Aus gröberem Holz geschnitzt als Shakespeares Narren, kennt er kein anderes als höhnisches Lachen. Rigoletto ist der skrupellose Komplize des Duca auf seinen erotischen Raubzügen. Der Duca wählt unter den Damen der Hofgesellschaft aus – Rigoletto ergreift und apportiert die Beute. Rigoletto selbst scheint keine Sexualität zu besitzen. Der Grund liegt auf der Hand. Er ist ein Monstrum. Er kommt nicht einmal für die Huren infrage. Er kompensiert die erzwungene Enthaltsamkeit: Obgleich er nur die Dreckarbeit verrichten darf, genießt er seine privilegierte Stellung an der Seite des Duca und blickt auf die Höflinge herab, die ihn ihrerseits mit Hass verfolgen. Und andererseits der Neid auf den Duca. Die einzige Frau in Rigolettos Leben ist seine Tochter Gilda. Wo hat er sie her? Sein Bericht klingt fadenscheinig und recht rührselig. So die konflikthafte Ausgangslage der Oper, die zu Verdis eigentümlichsten Musikdramen gehört.


Don Carlos und Macbeth sind die beiden Verdi-Opern, die Luc Bondy bisher inszeniert hat. Seine Macbeth-Inszenierung war auch bei den Wiener Festwochen 2000 zu sehen. Luc Bondys letzte Opern-Regiearbeit war Puccinis Tosca, mit der am 21.9.2009 die Saison 2009/10 der Metropolitan Opera New York eröffnet wurde. Rigoletto ist eine Produktion der Wiener Festwochen. Im November 2012 wird sie an der Mailänder Scala, im Januar 2013 an der Met in New York gezeigt werden.

Weniger

Künstlerische Leitung und Besetzung

MUSIKALISCHE LEITUNG / Omer Meir Wellber
INSZENIERUNG
/ Luc Bondy

BÜHNE
/ Erich Wonder
KOSTÜME
/ Moidele Bicke
LICHT / Alexander Koppelmannl
MASKE
/ Cecile Kretschmar
dramaturgie und KÜNSTLERISCHE MITARBEIT / Geoffrey Layton
KÜNSTLERISCHE MITARBEIT / Lorenza Cantini
CHOREOGRAFIsche mitarbeit / Karina Sarkissova

IL DUCA DI MANTOVA
/ Francesco Demuro
RIGOLETTO
/ George Gagnidze
GILDA
/ Chen Reiss
SPARAFUCILE
/ Gábor Bretz
MADDALENA
/ Ieva Prudnikovaite
GIOVANNA
/ Susan Rigvava-Dumas
IL CONTE DI MONTERONE
/ Vladimir Braun
MARULLO
/ Sokolin Asllani
BORSA MATTEO
/ Alexander Kaimbacher
Il CONTE DI CEPRANO
/ Tijl Faveyts
LA CONTESSA DI CEPRANO
/ Mara Mastalir
PAGGIO DELLA DUCHESSA / Orsolya Sáfár
USCIERE DI CORTE / Nenad Marinkovic

ORCHESTER
/ ORF Radio-Symphonieorchester Wien
CHOR
/ Arnold Schoenberg Chor (Künstlerische Leitung Erwin Ortner, Choreinstudierung Ottokar Prochazka)

Produktion
PRODUKTION Wiener Festwochen
KOPRODUKTION The Metropolitan Opera, New York, Teatro alla Scala, Mailand
Pressestimmen
Zeitlos düster
Wiener Festwochen: Jungdirigent Omer Meir Wellber belebt Luc Bondys „Rigoletto“

Es ist die erste seiner drei Verdi-Inszenierungen, die sich Luc Bondy am Theater an der Wien zum Abschied als Festwochen-Intendant geschenkt hat, und diese meisterlich-überzeugende Produktion von Giuseppe Verdis Hoffnarr-Tragödie „Rigoletto“ ist eine höchst gelungene dazu: Weil die Regie der Musik Raum lässt, und weil am Pult der gerade mal 30-järige Dirigent Omer Meir Wellber am Ende mit und anfangs auch trozt des ORF-Radiosymphonieorchesters Wien trotz relativ beherrschter Gesten einen musikalisch impulsiven, von starker musikalischer und emotionaler Spannung gehaltenen Überraschungsauftritt hinlegt. [...]

Es war natürlich auch die kluge Entscheidung des Regisseurs Bondy, der Musik und den Sängern soviel Raum zu geben. Er wird wissen, dass gerade in dieser Oper – die mit „La donna è mobile“ und vielen anderen Arien wohl die größte Dichte an Opernschlagern aufweist – ein zu viel an Bühnenbau und Regie-Einfall weit mehr die Wirkung abschwächt, als dass dadurch dramatische Glaubwürdigkeit gewonnen werden könnte. [...]

Es war also der seltene Fall einer sich tadellos gegenseitig in die Hände spielenden Bühnen- und Musikregie.

Süddeutsche Zeitung, 1./2. Juni 2011


Ein "Rigoletto"-Abend zum Mitleiden

[...] Diese Tragödie präzise zu erzählen, ist die Stärke der Inszenierung von Festwochenchef Luc Bondy. Man spürt vom ersten Moment an Mitleid mit Rigoletto, der nicht buckelig sein muss, um ein Außenseiter zu sein. Seine Soloszenen und jene mit seiner Tochter Gilda sind zutiefst bewegend. [...]

Das liegt auch und vor allem an George Gagnidze, der Idealbesetzung für die Titelpartie. Er ist ein intensiver Singschauspieler mit großem Bariton und mächtigen Ausbrüchen. [...]

Die teils kraftvolle Inszenierung wird auch an der Scala und an der MET zu sehen sein. Von Wien aus in die Welt - so sollte es öfter sein.

Kurier, 30. Mai 2011


Bondys "Rigoletto" als routiniertes Rachedrama
Dunkel gestricktes Psychogramm überzeugte im Theater an der Wien mit starken Darstellern und satter Klangsprache unter Dirigent Wellber

"Sturm im Himmel, auf Erden ein Mord." Es ist dunkel, kalt und längst zu spät, als Rigoletto erkennen muss: Liebe mag blind machen, aber Rache tut es auch. Mit einem dunkel gestrickten Psychogramm hat Luc Bondy
gestern, Sonntag, den Auftakt zur Verdi-Trilogie der Wiener Festwochen gestaltet: Sein "Rigoletto" im Theater an der Wien ist durch und durch routiniertes Charakterdrama, das mit starker Personenregie und satter Klangführung durch Jungdirigent Omer Meir Wellber überzeugt - aber nicht überrascht.

Bondy hat sich ein gutes Team zusammengesucht - und dann vor allem das gemacht, was er am besten kann: den schmalen Grat nachzeichnen, den Menschen an ihrem persönlichen Abgrund entlang gehen. George Gagnidze gibt die Titelfigur mit brachialer Hingabe: Dieser Rigoletto ist eine erbarmungswürdige Kreatur, verschanzt hinter seinem grausamen Humor, erpresserisch in der Angst um die Tochter und kleinlich in seinem Zorn. Stimmlich steigerte sich Gagnidze durch den Abend und gibt vor allem mit Chen Reiss als Gilda ein packendes Vater-Tochter-Gespann. [...]

Begeistern konnte der junge israelische Dirigier-Shootingstar Omer Meir Wellber am Pult des Radio Symphonieorchesters Wien (RSO). Ein saftiger Verdi, ganz im Kontrast zur kargen Bühne: Eifer und eleganter Gestaltungswille ab dem ersten Crescendo, markante Streichersoli und sensible musikalische Narration wölben sich aus dem Orchestergraben über das düstere Geschehen. Ein schönes Ständchen für den Komponisten, dessen 200. Geburtstag 2013 zum Ende der Festwochen
-Trilogie (mit "La Traviata" und "Il Trovatore") ansteht. "Rigoletto", eine Koproduktion mit der Mailänder Scala, wo sie 2012, und der New Yorker Met, wo sie 2013 gezeigt wird, hält also, was er verspricht: Musikalische Entdeckungen und psychologische Schärfe. [...]

APA, 30. Mai 2011


Luc Bondy und die tödliche Vaterliebe

[...] Als Highlight des Abends entpuppte sich dafür die junge Sopranistin Reiss, die mit ihrer klaren Stimme und routinierten Koloraturen bezauberte und treffsicher über ihre schwierigen Passagen fand. Für ebenso musikalisch beeindruckende Momente sorgten Gabor Bretz und Ieva Prudnikovaite als mörderisch-skrupelloses Geschwisterpaar. [...]

ORF.on, 30. Mai 2011


Und es geschah in einer finsteren Nacht

[...] Luc Bondy zeigt wie ein Altmeister eine hedonistische Adelsgesellschaft auf dem Weg in den Abgrund, außen nobel (Kostüme Moidele Bickel), innen verfault. Erich Wonder zog Stellwände auf nach dem Motto: Raum auf, Raum zu, was dank raffiniertem Licht funktioniert. [...]

Salzburger Nachrichten, 31. Mai 2011

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Spieltage

29.05.11 19:30
01.06.11 19:30
03.06.11 19:30
05.06.11 19:30

Preise

EUR 22,- / 37,- / 51,- / 62,- / 74,- / 88,- / 91,- / 108,- / 128,- / 140,- / 152,-

Sprache

Italienisch mit deutschen Übertiteln

Dauer

2 Std. 40 Min., 1 Pause

EINFÜHRUNG

Eintritt frei, 29. Mai, 1., 3., 5. Juni, 18.30 Uhr, Theater an der Wien, Großer Pausenraum