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Tiit Ojasoo / Ene-Liis Semper / Theater NO99
Kuidas seletada pilte surnud jänesele - Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt

Ein Schauspiel / Tallinn / Österreich-Premiere

Distanziert und ironisch zelebrierte Joseph Beuys 1965 in seiner berühmten Performance Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt ein Ritual des „KunstErklärens“ in einer de facto stummen Aktion. Im krisengeschüttelten Estland unserer Tage kann die junge Truppe des Theaters NO99 rein gar nichts mehr erklären, sondern macht mit ihrer außergewöhnlichen Theaterperformance – eine Szenenfolge in der sie sich durch alle Formen und Varianten des Bühnengeschehens durch improvisieren – einer recht populär gesonnenen Kulturministerin klar und die Idee publik, dass Kunst sein muss, auch wenn kein Geld da ist. Mehr

Distanziert und ironisch zelebrierte Joseph Beuys 1965 in seiner berühmten Performance Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt ein Ritual des „Kunst Erklärens“ in einer de facto stummen Aktion. Im krisengeschüttelten Estland unserer Tage kann die junge Truppe des Theaters NO99 rein gar nichts mehr erklären, sondern macht mit ihrer außergewöhnlichen Theaterperformance die Idee publik, dass Kunst sein muss, auch wenn kein Geld da ist. Das verursacht Lärm, heißt doch die Kulturministerin mit Namen Hase, die ihren Landsleuten erklären muss, warum das Geld immer weniger wird. Die Regisseure Tiit Ojasoo und Ene-Liis Semper allerdings werden nicht müde zu beteuern, dass die im Stück auftretende Person, die kulturpolitisch Richtungsweisendes verkündet, keine Anleihe auf die Ministerin selbst nimmt und die Attacken der Akteure keineswegs persönlich gemeint sein können – Künstler kämpfen nun einmal um Geld, um ihre Arbeit überhaupt machen zu können. Die temporeiche Szenenfolge aus Improvisationen, Videoeinspielungen, artistischen Aktionen und Schauspiel ist furioser Diskurs um politischen Willen und künstlerisches Begehren und gleichzeitig göttlicher Moment für Beuys‘ Idee eines Kunstbegriffes, dessen Kern, die universale Kreativität, auf alle Bereiche der Wirklichkeit übergreifen sollte – de facto also auch auf die Besucher der Festwochen.
Mit Heiße estnische Männer war das Theater NO99 2008 in Wien zu Gast.

Bert Neumann
Setting of a Drama
Augarten Contemporary

11. Juni, 17.30 Uhr
Theater NO99, Tallinn
Unified Estonia: Präsentation eines politischen Megaprojektes

Unified Estonia ist eine fiktive politische Bewegung, die vom Theater NO99 ins Leben gerufen wurde, und die am 7. Mai in einer großen Versammlung mit 7000 Menschen gefeiert wurde. Zahlreiche politische Technologien wurden vorgestellt, Reden gehalten usw. Am Ende wurde ein Parteivorsitz gewählt.Eine Film-Doku zeigt die Vorbereitungen zu Unified Estonia.Das Theater NO99 aus Tallinn zeichnet sich in der sehr idyllischen estnischen Theaterlandschaft durch seinen Willen aus, politisches Theater zu machen und auch anzuecken. Es hat sein junges Ensemble von 11 Schauspielern und gilt, was physische Präsenz und Zusammenspiel angeht, als eines der besten Europas. Das Theater NO99, das von Tiit Ojasoo und Ene-Liis Semper geleitet wird, ist international sehr erfolgreich, seine Produktionen seine auf vielen Festivals zu sehen.

Weniger

Künstlerische Leitung und Besetzung

Idee, Konzeption, Produktion, Bühne und Kostüme / Tiit Ojasoo und Ene-Liis Semper
Tanzszene
/ Mart Kangro
Sound Design
/ Hendrik Kaljujärv
Dramaturgie
/ Eero Epner
VIDEO LECTURE
/ Eha Komissarov
MIT
Rasmus Kaljujärv, Risto Kübar, Andres Mähar, Mirtel Pohla, Jaak Prints, Gert Raudsep, Inga Salurand, Tambet Tuisk, Marika Vaarik, Sergo Vares

 

Produktion
GASTSPIEL
PRODUKTION Theater NO99, Tallinn

Spieltage

12.06.10 20:30
13.06.10 20:30
14.06.10 20:30

Preise

EUR 19,-

Sprache

Estnisch mit deutschen Übertiteln

Dauer

2 Std. 30 Min.

PUBLIKUMSGESPRÄCH

13. Juni, im Anschluss an die Vorstellung, Halle G im MuseumsQuartier