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Alvis Hermanis / Jaunais Rīgas Teātris
Kapusvētki - Friedhofsfest

Ein Schauspiel / Riga, Wien / URAUFFÜHRUNG

In einer neuen Arbeit wird sich der lettische Regisseur Alvis Hermanis mit dem Verhältnis der Lebendigen zu den Toten beschäftigen, indem er die Lebenden bei ihren Totenfeiern in Riga, Wien und Mexiko „fotografiert“. Mit seinem Ensemble des Jaunais Rīgas Teātris wird er für die Wiener Festwochen von Beerdigungen und Toten wahre Geschichten erzählen mit der diesem Ensemble und ihm eigenen Kunst des Porträtierens von wirklichen und erdachten Menschen. Mehr

Wie wenn ein Foto auf der Bühne lebendig wird, zeigt uns Alvis Hermanis die Ausschnitte verschiedener Biografien unbekannter Menschen. In einer neuen Arbeit wird sich der lettische Regisseur mit dem Verhältnis der Lebendigen zu den Toten beschäftigen, indem er die Lebenden bei ihren Totenfeiern „fotografiert“. Wenn die Letten ihre Toten beerdigen, feiern sie ein Fest mit ihnen. An Totengedenktagen ist der ganze Friedhof ein Fest. Auf den Gräbern wird getafelt, gebechert, gesungen und musiziert. Alvis Hermanis und das Ensemble des Jaunais Rīgas Tēatris werden für die Wiener Festwochen von Beerdigungen und Toten wahre Geschichten erzählen mit der diesem Ensemble und diesem Regisseur eigenen Kunst des Porträtierens von wirklichen und erdachten Menschen. Der Fotograf und Filmemacher Mārtiņš Grauds aus Riga hat die Friedhofsfeste seiner Heimatstadt in 500 Fotos festgehalten und sie mit den Bildern des mexikanischen „Dia de los Muertos“ konfrontiert. Diese Bilder werden der Raum für die Totengeschichten der Schauspieler sein, die derzeit alle ein Instrument erlernen, um die Blasmusik der Totenfeste zu spielen. Am 1. November besuchten der Schauspieler Gundars Āboliņš, bekannt aus Sonja und Väter, und Mārtiņš Grauds den Wiener Zentralfriedhof. Dort erlebten sie viel Merkwürdiges und Erstaunliches, wovon Gundars Āboliņš in einem Wiener Prolog berichten wird.

Alvis Hermanis ist einer der wesentlichsten Regisseure Europas. Seine Arbeiten werden seit 2005 regelmäßig bei den Wiener Festwochen gezeigt.

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Künstlerische Leitung und Besetzung

TEXT / Alvis Hermanis und Ensemble Jaunais Rīgas Teātris
KONZEPTION UND INSZENIERUNG /
Alvis Hermanis
FOTOGRAFIE /
Mārtiņš Grauds
MUSIK ARRANGEMENTS / Jēkabs Nīmanis
MUSIKLEHRER / Ansis Nikolovskis
BÜHNENTECHNIK
/ Jānis Liniņš
TONTECHNIK UND VIDEOPROJEKTION
/ Gatis Builis
LICHTTECHNIK / Mareks Lužinskis
INSPIZIENZ
/ Zane Pīrāga
PROJEKT- UND TOUR MANAGER
/ Eīina Adamaite
Mit Vilis Daudziņš, Gundars Āboliņš, Andis Strods, Ivars Krasts, Varis Piņķis, Edgars Samītis, Andris Keišs, Ģirts Krūmiņš, Gatis Gāga, Iveta Pole, Maija Apine, Ansis Nikolovskis, Jēkabs Nīmanis

Produktion
KOPRODUKTION Jaunais Rīgas Teātris, Riga, Wiener Festwochen
Pressestimmen
Uraufführung: Lustig wie auf dem Zentralfriedhof

[...] 13 musizierende, erzählende Schauspieler vom Jaunais R
īgas Teātris, die lustvoll mit Blechinstrumenten spielten, als befänden sie sich in einem Fellini-Film, machten das Publikum mit der Friedhofsfolklore in Riga vertraut und sich selbst mit den Tücken der Blasmusik, die sie angeblich in einem Crashkurs in den vergangenen Wochen zu bewältigen gelernt hatten. Zumindest in dieser Hinsicht darf man behaupten: Sie ließen es richtig krachen, irgendwo zwischen Dur und Moll, Beethoven und „Yesterday“ (Arrangements: Jēkabs Nīmanis).

Familienpicknick zwischen den Gräbern

Im Hintergrund wurden bei diesem textlich besinnlichen und musikalisch groben Vortrag auf großer Leinwand Fotografien von Friedhöfen gezeigt. M
ārtinsGrauds hat sie gemacht, hunderte Aufnahmen bilden das Material für diese hochwertige Diaschau. Sie beschränkt sich nicht auf Grabsteine, Leichenzüge, Trauernde, sondern zeigt auch, wie lustig es auf Friedhöfen sein kann, nicht nur bei der jährlichen Treibjagd einst auf dem Zentralfriedhof, diesem makabersten Einfall im toten Wien, sondern bei Picknicks in Riga, wo zwischen den Gräbern neue Beziehungen geschlossen werden, und bei Volksfesten in Mexiko, wo gestorben und geliebt wird. Grauds Impressionen sind das eigentlich Theatralische an dieser Produktion, eine Charade, die, unterstützt von rauer Musik und lakonischen Storys, an der Grenze zwischen Malerei und Poesie eine Atmosphäre der Gelassenheit gegenüber den letzten Dingen entstehen lässt. [...]

Die Presse, 17. Mai 2010

 

Spieltage

16.05.10 20:00
17.05.10 20:00
18.05.10 20:00
19.05.10 20:00

Preise

EUR 8,- / 15,- / 21,- / 26,- / 32,-

Sprache

Lettisch und Deutsch mit deutscher Simultanübersetzung.
Bitte Lichtbildausweis für die Entlehnung der Kopfhörer mitbringen!

Dauer

1 Std. 45 Min., keine Pause

PUBLIKUMSGESPRÄCH

17. Mai, im Anschluss an die Vorstellung, Theater Akzent