Rathausplatz
Freitag, 8. Mai, 21.20 Uhr
Mitwirkende
Willi Resetarits (Moderation und Sänger, mit seinem Ensemble Stubnblues)
Wolfgang Ambros & die No. 1 vom Wienerwald
Die Wiener Musikerin Gustav (alias Eva Jantschitsch mit Elise Mory am Klavier und Oliver Stotz an der Gitarre)
Dulce Pontes (portugiesische Fado-Sängerin und Komponistin)
Juliette Gréco (französische Chansonsängerin, mit Gérard Jouannest am Klavier und Akkordeon-Begleitung)
Lynne Kieran (Englische Jazz- und Soul-Sängerin) mit dem Pianisten Joe Sample
Das Eröffnungsfest begibt sich auf die Suche nach den musikalischen Emotionen der Stadt Wien und verwandter Städte: Lissabon, Paris und New York. Ausgehend vom todessehnsüchtigen und weinschweren Klischee des Wiener Gemüts wird diese Reise über den portugiesischen Fado mit seinen Geschichten aus den Prostituierten- und Varietévierteln von Lissabon in den existentialistischen Pariser Untergrund mit seinen tragisch-philosophischen Liebes- und Lebensgeschichten führen und im lebensbejahenden, kraftvollen Soul und Jazz der USA enden.
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Die Eröffnung der Wiener Festwochen 2009 wird live von ORF 2 und 3sat übertragen.
Das Eröffnungsfest der Wiener Festwochen 2009 begibt sich auf die Suche nach der musikalischen Emotion der Stadt Wien und verwandter Städte: Paris, Lissabon und New York. Dabei geht es weniger um die strahlend leuchtenden Aspekte des städtischen Lebens, sondern um das Dahinter: Gefühl, Liebe, Leidenschaft und das gar nicht immer glänzende „echte“ Leben beziehungsweise um den Tod. Allesamt werden es Lieder sein, die die Gefühle der anonymen Menschen der Stadt nicht zum Klischee verkommen lassen, sondern wissen, dass diese Menschen ein Herz und Seele haben, Sehnsüchte und Wünsche, ein Recht auf Liebe und vor allem auf Würde.
Ausgehend vom depressiven, todessehnsüchtigen und weinschweren Klischee des Wiener Gemüts, das wir ja noch immer lieben und hassen zugleich, wird diese Reise über den portugiesischen Fado mit seinen Geschichten aus den Prostituierten- und Varietévierteln von Lissabon in den existentialistischen Pariser Untergrund mit seinen tragisch-philosophischen Liebes- und Lebensgeschichten führen und im lebensbejahenden, kraftvollen Soul und Jazz der USA enden.
Willi Resetarits hat während seiner vielen Karrieren – sei es als politischer Sänger bei den „Schmetterlingen“, als Ostbahn-Kurti / Kurt Ostbahn, als Obmann des Wiener Integrationshauses und im Rahmen seiner zahllosen Kooperationen mit MusikerInnen aus aller Welt – stets den Blick auf das „echte“ Leben gerichtet. Und er tut es noch heute. Gerade in den letzten Jahren bringt er – „der Experte auf dem Gebiet des Wienerischen“ – auch mehr und mehr neue, heutige Versionen der Lieder von Menschen, die einen wesentlichen Teil von Wien ausmachen: Die, deren Eltern noch eine andere Sprache sprechen als die offizielle der Stadt und deren Existenz und Wichtigkeit nur selten gelobt wird.
Wolfgang Ambros, der bei weitem erfolgreichste Hans-Moser-Lieder-Interpret seit Hans Moser, hat in den Siebzigerjahren wie kaum ein anderer begonnen, musikalische Geschichten zu erzählen, die das polierte Wien der 50er- und 60er-Jahre nie auch nur andeuten wollte: Mord und Totschlag, die Liebe im Gemeindebau oder der Minderwertigkeitskomplex des Ausbildners von Soldaten. Und letztlich war er es, der dem größten Wiener Friedhof neues Leben eingehaucht hat.
Fado steht in Wort und Ton in einer fast verblüffenden Verwandtschaft zum Wienerlied, auch wenn er wesentlich leidenschaftlicher an die Liebe glaubt. Dulce Pontes hat diese Melodien und Geschichten über die Liebe, den Tod und das Schicksal schon als Kleinkind gesungen und erweitert. Heute gilt sie als „Neu-Erfinderin“ des Fado. Sie arbeitet unabhängig als Sängerin, Produzentin, Arrangeurin, Pianistin, Songwriterin. Die 1999 verstorbene „Königin des Fado“, Amália Rodrigues, hat sie zu ihrer legitimen Nachfolgerin erklärt.
Juliette GrécosKarriere begann im Pariser Untergrund der Nachkriegszeit. Jean-Paul Satre bittet sie, seine Texte zu singen. Im Publikum sitzt auch ein Herr namens Orson Welles, eben jener der das unterirdische Nachkriegswien im Kinoklassiker „Der dritte Mann“ der westlichen Welt bekannt gemacht hat. Gréco wiederum hat die Chansons von Jacques Brel oder Serge Gainsbourg weltberühmt gemacht und wird mit ihrem Ehemann, dem Pianisten Gérard Jouannest auftreten, der auch viele der schönsten ihrer Chansons komponiert hat.
Die in Wien arbeitende Musikerin Gustav erzählt in ihren Liedern vom gegenwärtigen Zustand einer urbanen Gesellschaft, deren Emotion nicht mehr eine lamentierende, sondern vielmehr eine zornige ist, deren Sprache nicht mehr nur die wienerische ist, weil es mehr Sprachen braucht, um in der Stadt kommunizieren zu können, deren Instrument statt Kontragitarre und Ziehharmonika der Computer ist. Der Austragungsort der Geschichten ist der abgegrenzte, urbane Raum der Gegenwart oder auch der Zukunft.
Joe Sample, der Komponist von „Street Life“, ehemals Kopf der „Crusaders“ und langjähriger Begleiter von Randy Crawford, wird mit ihr auch bei der Festwochen-Eröffnung 09 gemeinsam auf der Bühne stehen.
Text: Gerald Votava
WenigerRegie / Attila E. Láng
Bühnenbild / Petra Windisch
Buch und Konzept / Gerald Votava
Musikalische Arrangements / Stefan Schubert
Visuals / Ernst A. Grandits
Licht -Design / Lukas Kaltenbäck
Sound- Design / Alfred Toegel
Bühnenbau / Ing. Kurt Himsl
Produktionsleitung / Claudia Purschke
Technische Leitung / Fritz Kotrba
Site Coordinator / Marcus Pipoh
Produktionsassistenz / Andrea Brglez, Caroline Guschelbauer